Die Auftragsbücher quellen über, die Kapazitäten sind erschöpft. Der Rüstungskonzern KNDS sucht händeringend nach neuen Produktionsstätten und wildert dafür in der deutschen Autoindustrie. Parallel dazu bereitet das Management einen der größten europäischen Börsengänge des Jahres vor. Ein altes Rüstungsgeschäft droht die ehrgeizigen Pläne nun ins Wanken zu bringen.
Von der Autoproduktion zur Rüstungsschmiede
KNDS verhandelt aktuell mit Mercedes-Benz über den Standort Ludwigsfelde südlich von Berlin. Im Raum steht die Übernahme des Werks mitsamt rund 2.000 Mitarbeitern. Zunächst plant der Rüstungsbauer, Teile der Anlage zu leasen. In einer Übergangsphase würden so Militärfahrzeuge neben Mercedes-Transportern vom Band rollen, bevor ein vollständiger Kauf erfolgt.
Für den Ausbau der Kapazitäten will KNDS in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in den Standort investieren. Im gleichen Schritt prüft das Unternehmen eine Übernahme des Volkswagen-Werks in Osnabrück. Hier endet der aktuelle Produktionszyklus im Jahr 2027.
Die Konkurrenz um den VW-Standort ist allerdings groß. Bereits im April unterzeichnete Rafael Advanced Defense Systems eine Absichtserklärung für das Werk. Volkswagen-Chef Oliver Blume bestätigte kürzlich fortgeschrittene Gespräche mit mehreren Rüstungsunternehmen.
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Rekordaufträge treiben den Umbau
Der Druck zur Expansion resultiert aus einem massiven Auftragsstau. KNDS sitzt auf einem Berg von Bestellungen im Wert von rund 23,5 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 setzte die Gruppe 3,8 Milliarden Euro um.
Die Produktion läuft bereits auf Hochtouren. Im Mai startete die Auslieferung modernisierter Panzerhaubitzen an die Bundeswehr. Derweil durchläuft ein Paket von über hundert Leopard-2-Panzern die Fertigung. In München-Allach eröffnete KNDS unlängst eine neue Montagelinie für das Radfahrzeug Boxer.
Altlasten bremsen das IPO
Trotz des operativen Rückenwinds stockt der geplante Doppel-Börsengang in Frankfurt und Paris. Die Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers verweigert bislang das Testat für den Jahresabschluss 2025. Hintergrund ist eine interne Untersuchung der Kanzlei Freshfields zu einem Katar-Geschäft aus dem Jahr 2013.
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Der damalige Deal umfasste ein Volumen von knapp 1,9 Milliarden Euro. Wegen Vorwürfen über millionenschwere Provisionszahlungen leitete KNDS kürzlich eine neue Untersuchung ein. Ohne das formelle Prüfzertifikat kann der Wertpapierprospekt nicht eingereicht werden.
Berater haben den anvisierten Marktwert des Unternehmens mittlerweile auf 18 bis 20 Milliarden Euro korrigiert. Das liegt deutlich unter früheren Schätzungen. Der geplante Verkauf von rund einem Viertel der Anteile soll etwa fünf Milliarden Euro einspielen. KNDS-Chef Jean-Paul Alary betonte Mitte Mai, die Vorbereitungen lägen weiterhin im Zeitplan.
Berlin ringt um Einfluss
In der Bundesregierung sorgt das Vorhaben für politische Spannungen. Das Verteidigungs- und das Finanzministerium plädieren für einen staatlichen Anteil von 40 Prozent. Das Wirtschaftsministerium und Bundeskanzler Friedrich Merz favorisieren hingegen 30 Prozent. Diese Schwelle reicht nach niederländischem Recht für eine Sperrminorität aus.
Eine Entscheidung duldet keinen Aufschub. Kanzler Merz hat staatliche Investments nach dem IPO kategorisch ausgeschlossen. KNDS muss das Prüf-Testat bis Ende Mai vorlegen, um das Börsendebüt im Juni oder Juli zu realisieren. Verstreicht diese Frist, verschiebt sich der Sprung aufs Parkett in den Herbst.
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