Kps kämpft gleich an zwei Fronten. Der Markt für Handelslösungen verschiebt sich, und an der Börse kommt zusätzlicher Druck auf die Aktie.
Viele Kunden lösen große Digitalprojekte nicht mehr in einem einzigen langen Umbau. Stattdessen bevorzugen sie kleinere Vorhaben mit kürzeren Laufzeiten. Das trifft Beratungsfirmen wie Kps direkt. Die Auftragsstruktur wird dadurch flexibler, aber auch weniger planbar.
Weniger Großprojekte, mehr Tempo
Für Kps bedeutet das eine spürbare Verschiebung im Geschäft. Große Transformationsprogramme im Bereich Digital Enterprise werden teils zurückgestellt. Dafür gewinnen kleinere Felder wie Digital Strategy und Customer Interaction an Gewicht.
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Das ist kein Nachteil per se. Wer schneller liefert und Projekte besser zuschneiden kann, bleibt für Handelspartner interessant. Der Preis dafür: weniger Volumen pro Auftrag und mehr Druck auf die Auslastung.
Umbau des Geschäftsmodells
Das Management will genau darauf reagieren. Kps baut das Angebot in Cloud-Technologien und datengetriebenen Geschäftsmodellen aus. Parallel dazu soll die Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen sinken.
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Auch bei Kosten und Organisation will der Konzern straffer werden. Standardisierte Beratungsansätze und effizientere Prozesse sollen die Margen stützen. Das ist wichtig, weil steigende Personalkosten in diesem Umfeld schnell auf die Erträge drücken.
Prognose bleibt, Markt bleibt skeptisch
Der langfristige Treiber ist weiter da. Handelsunternehmen müssen ihre Lieferketten digitalisieren und ihre Omnichannel-Modelle verbessern. Dazu bleibt der Druck hoch, auf moderne ERP-Umgebungen wie SAP S/4HANA umzusteigen.
Für das laufende Geschäftsjahr hat Kps die Prognose im Mai bestätigt. An der Börse hilft das bisher kaum. Die Aktie notiert bei 0,31 Euro und damit am Tagestief, nach einem Rückgang von 9,04 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 46,94 Prozent. Eine spürbare Neubewertung dürfte erst dann näher rücken, wenn sich die Investitionsbereitschaft im europäischen Kernmarkt wieder fängt und die Diversifizierung außerhalb des klassischen Einzelhandels sichtbar greift.
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