Ein Schuldenpaket von 1 Milliarde Euro und eine aggressive Investitionsoffensive – bei Kraft Heinz überschneiden sich zwei Strategien, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirken. Der Lebensmittelkonzern nimmt frisches Geld am Kapitalmarkt auf, um gleichzeitig massiv in Marketing und Produktentwicklung zu pumpen. Dahinter steckt eine Kehrtwende: CEO Steve Cahillane räumt ein, dass die vorherigen Sparprogramme zu weit gingen.
Die Aktie notiert bei 20,02 Euro, knapp über dem 52-Wochen-Tief von 18,28 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten verlor das Papier 18,6 Prozent. Der RSI von 26,7 signalisiert einen überverkauften Zustand – die Anlegerstimmung ist gedrückt, die Erwartungen niedrig.
Milliarden-Anleihe mit zwei Tranchen
Kraft Heinz begibt Senior Notes im Volumen von einer Milliarde Euro, aufgeteilt in zwei gleich große Tranchen zu je 500 Millionen Euro. Die erste Serie läuft bis 2031 und wird mit 3,5 Prozent verzinst, die zweite mit Fälligkeit 2034 bietet 3,95 Prozent. Die Platzierung begleiten Citigroup, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Merrill Lynch. Die Emission dürfte in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.
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Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Der Konzern verschuldet sich zu Konditionen, die noch vor zwei Jahren als teuer gegolten hätten – heute sind sie Marktstandard. Die Mittel fließen nicht in Akquisitionen oder Sonderdividenden, sondern in die operative Wende.
600 Millionen gegen den Abwärtstrend
Cahillane hat die Richtung geändert. Nach Jahren des Kahlschlags investiert Kraft Heinz jetzt 600 Millionen Dollar zusätzlich in Marketing, Forschung und Vertrieb. Die Werbeausgaben steigen um 37 Prozent, die F&E-Budgets um 16 Prozent. Neue Produktlinien und die Kampagne „The United Tastes of America“ sollen die Marken wieder ins Gespräch bringen. In Brasilien läuft parallel die erste nationale Aktion „Heinz é Muuuito Mais“ mit täglichen Geldpreisen und Goldzertifikaten.
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Der Druck ist hoch. Inflation und der Vormarsch von Handelsmarken setzen den Margen zu. Analysten sehen das Kursziel im Schnitt bei umgerechnet etwa 23 Dollar – das liegt nur knapp über dem aktuellen Niveau. Institutionelle Investoren halten zwar 78,2 Prozent der Anteile, doch das allein stoppt den Abwärtstrend nicht.
Die Investitionen müssen sich in steigenden organischen Umsätzen niederschlagen. Gelingt das nicht, dürfte die gedrückte Bewertung noch länger Bestand haben. Der Konzern hat sich finanziell Luft verschafft – jetzt muss die Wende im Regal sichtbar werden.
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