Kraken Robotics durchlebt derzeit eine Bewährungsprobe. Nach der milliardenschweren Übernahme der Covelya Group muss der maritime Technologiekonzern zeigen, dass der Schuldenberg die Expansion nicht ausbremst. Die Anleger reagieren verunsichert.
Die Aktie fällt am Dienstag um 8,35 Prozent auf 3,79 Euro. Damit notiert der Titel 44 Prozent unter seinem März-Hoch von 6,79 Euro. Zugleich liegt der Kurs noch immer 93 Prozent über dem Jahrestief von knapp zwei Euro – eine außergewöhnliche Spanne.
Die Kehrseite der Akquisition
Mit einem Börsenwert von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro bleibt Kraken ein Schwergewicht im Bereich Marinesensorik und Unterwasserrobotik. Die Übernahme der Covelya Group für 615 Millionen kanadische Dollar sollte das Angebot erweitern und neue Märkte erschließen.
Doch der Deal hat den Schuldenstand deutlich erhöht. Das Unternehmen schreibt derzeit Verluste – Analysten erwarten zwar eine Trendwende hin zu Umsatz- und Gewinnwachstum. Bis dahin bleibt die Bilanz angespannt. Kein Wunder, dass die Stimmung der Privatanleger gedämpft ist.
Technische Abkühlung
Die Kursschwäche hat auch handfeste technische Gründe. Der RSI liegt bei 37,2 Punkten – nahe am überverkauften Bereich, aber noch nicht drin. Die Aktie notiert zudem unter den gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage. Ein klares Signal der Konsolidierung.
Branche mit Rückenwind
Kraken bewegt sich in einem wachsenden Umfeld. Die Nachfrage nach Unterwasseraufklärung und maritimer Drohnentechnologie steigt – auch dank höherer Rüstungsausgaben. Erst kürzlich entschied sich Kanada bei seinem U-Boot-Projekt für deutsche Technologie. Solche Aufträge befeuern die gesamte Branche.
Ob Kraken aus seiner erweiterten Basis nachhaltige Gewinne schöpfen kann, bleibt offen. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, ob die Expansion trägt.
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