Die Aktie von Kratos Defense beendete den Mai mit einem Schlusskurs von 54,63 Euro — ein Minus von 2,4 Prozent am Freitag. Der Rücksetzer folgte auf eine hochvolatile Woche, in der die Aktie am Donnerstag um knapp 14 Prozent nach oben schoss. Auslöser war ein Bericht über mögliche Direktbeteiligungen des Pentagon an US-Drohnenherstellern.

Pentagon erwägt Kapitalspritzen für Drohnenbauer

Das Office of Strategic Capital des US-Verteidigungsministeriums prüft, direkte Eigenkapital- und Fremdkapitalanteile an heimischen Drohnenherstellern zu übernehmen. Kratos Defense wurde in ersten Berichten nicht namentlich als bestätigter Teilnehmer genannt. Die etablierte Position des Unternehmens im Markt für strahlgetriebene unbemannte Systeme reichte jedoch aus, um die Aktie am 28. Mai auf ein Tageshoch zu katapultieren.

Die potenzielle Strategieänderung zielt darauf ab, eine robuste inländische Lieferkette für „Drone Dominance“ zu sichern. Analysten sehen darin einen möglichen Wendepunkt für Hersteller kostengünstiger, leistungsstarker unbemannter Plattformen. Staatlich gestützte Finanzierung könnte Wachstums- und Risikoprofile grundlegend verändern.

Insider-Verkauf auf Rallye-Niveau

Auf dem Höhepunkt der Donnerstags-Rally verkaufte Stacey G. Rock, Präsident der KTT-Division, 4.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 55,92 Euro. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans nach Regel 10b5-1, der im Juni 2025 aufgesetzt wurde. Rock hält nach der Transaktion noch 13.896 Aktien direkt.

Technisch bleibt die Aktie angeschlagen. Trotz der Wochengewinne notiert Kratos Defense weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 69,12 Euro. Der 50-Tage-Schnitt bei 56,81 Euro fungiert als kurzfristige Widerstandsmarke, die am Freitag nicht gehalten werden konnte. Die 52-Wochen-Spanne von 31,83 Euro bis 112,75 Euro verdeutlicht die extreme Volatilität des Titels.

Starkes Q1, hohe Bewertung

Kratos legte im ersten Quartal 2026 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,14 Euro vor — über der Konsensschätzung von 0,11 Euro. Der Umsatz kletterte um 22,6 Prozent auf 317 Millionen Euro, getrieben von den Segmenten Unbemannte Systeme und Weltraumlösungen.

Der Auftragsbestand stützt sich auf langfristige Verträge, darunter eine 381 Millionen Euro schwere Vereinbarung mit dem Space Systems Command der US Space Force für das Resilient Missile Warning and Tracking-Programm. Kürzlich wählte Kratos zudem Odon, Indiana, als Standort für eine neue 58 Millionen Euro teure Arc-Jet- und Laseranlage, die künftige Hyperschall-Flugtests unterstützen soll.

Über zwölf Monate hat die Aktie 71,6 Prozent zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt allerdings bei rund 377 — eine Bewertung, die nur durch weiteres starkes Wachstum zu rechtfertigen ist. Am 2. Juni folgen die nächsten Quartalszahlen.