Knapp 28 Millionen gehandelte Aktien an einem einzigen Freitag — mehr als fünfmal so viel wie im Durchschnitt. Kratos Defense & Security Solutions hat mit zwei Meldungen auf einmal für Aufsehen gesorgt. Der Kurseffekt fiel trotzdem mager aus.

Exklusivpartner für Elroy Air

Der eigentliche Treiber des Handelsvolumens: Kratos wird exklusiver US-Hersteller für Elroy Air. Das Drohnen-Startup plant einen Börsengang via SPAC-Fusion mit CMII — bewertet mit rund einer Milliarde Dollar. Die Transaktion und der Produktionshochlauf sollen im vierten Quartal 2026 abgeschlossen sein.

Elroy Air meldet eine Nachfragepipeline von über 1.400 Einheiten seines Chaparral-Fluggeräts. Das entspricht einem potenziellen Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Dollar. Kratos sichert sich damit einen substanziellen Auftragsrahmen im Markt für autonome Senkrechtstarter.

Autonome Trucks für NASCAR

Parallel dazu demonstrierte Kratos seine Fähigkeiten im Bereich autonome Logistik. Eine vollständig autonom absolvierte Truck-Kolonne quer durch die USA — durchgeführt für das NASCAR Anduril 250 — zeigt, dass das Unternehmen seine Drohnentechnologie gezielt in den zivilen Bereich überträgt. Hinzu kommt ein milliardenschweres Joint Venture mit der Barq Group in Abu Dhabi, das die Verteidigungssparte weiter stärkt.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Das erste Quartal 2026 lieferte solide Ergebnisse. Der Umsatz stieg um 22,6 Prozent auf 371 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,16 Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 0,13 Dollar. Das Management hob die Jahresprognose auf rund 1,7 Milliarden Dollar an — ein Wachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kein Wunder, dass Analysten die Aktie als unterbewertet einstufen. Ein fairer Wert von rund 112 Dollar wird diskutiert — mehr als das Doppelte des aktuellen Kursniveaus.

Trotzdem schloss die Aktie am Freitag nur 0,28 Prozent höher bei 40,86 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 40 Prozent verloren. Vom Januarhoch bei 114,00 Euro ist es weit entfernt. Der RSI liegt bei 31,9 — technisch gilt die Aktie damit als überverkauft.

Das Bild ist klar: operative Fortschritte auf der einen Seite, anhaltender Kursdruck auf der anderen. Ob das Elroy-Air-Abkommen und die steigenden Quartalszahlen die Trendwende einleiten, wird sich spätestens zeigen, wenn die SPAC-Fusion im Herbst 2026 konkrete Formen annimmt und erste Produktionsaufträge folgen.