Das Unternehmen gab den Erhalt einer Finanzierung in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar durch das US Department of War (DoW) bekannt. Die Mittel sind für die Weiterentwicklung von Hyperschall-Systemen und nationalen Sicherheitsprogrammen zweckgebunden. Parallel dazu treibt der Rüstungskonzern seine Kapazitätserweiterung voran und eröffnete eine neue, großflächige Fertigungsanlage im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Strategischer Fokus auf Hyperschall-Technologien

Die neue Finanzierung des DoW zielt primär auf die Beschleunigung der Entwicklung von Antriebs- und Flugsystemen ab. Kratos liefert hierfür Schlüsselkomponenten wie die Systeme Erinyes, Dark Fury, Zeus und Oriole. Laut Dave Carter, President der Sparte Defense & Rocket Support Services (DRSS), ist Kratos derzeit der einzige Anbieter für bestimmte skalierbare Hyperschall-Antriebssysteme. Mit den neuen Mitteln werden zudem Initiativen namens Nemesis und Kraken vorangetrieben.

CEO Eric DeMarco betonte, dass der verstärkte Mittelzufluss seit Juni und Juli 2026 das organische Wachstum des Unternehmens beschleunigen werde. Ziel sei es zudem, die Forderungsbestände zu reduzieren und die Lagerhaltung zu optimieren. Die Arbeiten an diesen hochsensiblen Projekten finden sowohl an Standorten von Kratos als auch in Regierungsstellen statt. Aufgrund nationaler Sicherheitsinteressen wurden keine weiteren technischen Details zu den Programmen veröffentlicht. Die Finanzierung steht im Kontext des US-Haushalts 2026, der insgesamt über 3,9 Milliarden US-Dollar für Hyperschallwaffen vorsieht.

Expansion der Produktionskapazitäten in Pennsylvania

Zeitgleich zur finanziellen Stärkung erweiterte Kratos seine physische Präsenz. In York, Pennsylvania, wurde eine neue, rund 15.500 Quadratmeter (167.000 Quadratfuß) große Fertigungsstätte in Betrieb genommen. Es handelt sich um den dritten Standort des Unternehmens in diesem Bundesstaat, an dem nun insgesamt mehr als 440 Mitarbeiter beschäftigt sind. Kratos investierte über 7 Millionen US-Dollar in neue Ausrüstung für das Werk.

Die Anlage ist auf die Produktion von Systemen für die Luftverteidigung, Raketentechnik, Radar sowie die Abwehr unbemannter Luftfahrtsysteme (C-UAS) spezialisiert. Tom Mills, zuständig für den Bereich C5ISR, bestätigte, dass bereits Lieferungen für Hochfrequenz-Mikrowellen- (HPM) und Hochenergie-Laser-Programme (HEL) aus dem Werk erfolgt sind. Die Expansion ist Teil einer größeren Investitionswelle in Pennsylvania: Senator Dave McCormick und Präsident Trump kündigten auf einem Innovationsgipfel Verteidigungsinvestitionen von insgesamt fast 10 Milliarden US-Dollar für den Bundesstaat an.

Analysten sehen trotz Kursdruck erhebliches Potenzial

An der Börse reflektiert der aktuelle Kurs die jüngsten operativen Erfolge noch nicht vollständig. Die Kratos-Aktie schloss am Mittwoch bei 43,38 € und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 35,91 %. Damit notiert das Papier 8,52 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 47,41 € und weist einen deutlichen Abstand von 61,95 % zum 52-Wochen-Hoch auf, das im Januar 2026 bei 114,00 € markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 7,91 Milliarden €.

Trotz der Kursverluste bleiben viele Analysten optimistisch. Goldman Sachs stuft den Wert als Kauf mit einem Kursziel von 89 $ ein. Die Analysten von JPMorgan bewerten die Aktie mit „Overweight“ und rufen ein Ziel von 82 $ auf, während Jefferies das Kursziel bei 80 $ sieht. Ein Konsens von Daily Political beziffert das mittlere Kursziel sogar auf 101,29 $.

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 unterstreichen den Wachstumspfad: Kratos meldete einen Umsatz von 371 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 22,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 0,16 US-Dollar über den Erwartungen von 0,13 US-Dollar. Belastend wirkten zuletzt jedoch Berichte über Insiderverkäufe; so veräußerte CFO Deanna Lund 5.000 Aktien zu einem Kurs von 52,85 US-Dollar. Auch eine mögliche Verwässerung durch Kapitalmaßnahmen wird am Markt als Risiko thematisiert.