Lam Research legt eine rasante Jahresrally aufs Parkett. Seit Januar stieg der Kurs um satte 80 Prozent. Aber eine jüngere Schwächephase drückt aktuell die Stimmung. Das Management reagiert mit ehrgeizigen Wachstumsplänen.

Milliarden-Markt und neue Maschinen

Der Ausrüster für die Halbleiterindustrie will seinen adressierbaren Markt massiv ausbauen. Bis 2028 plant der Vorstand einen deutlichen Anstieg der Marktanteile. Ein zentraler Baustein ist die neue Anlage „Altus Halo“. Allein dieses System birgt ein Umsatzpotenzial von rund zwei Milliarden US-Dollar.

Ein wachsender Gesamtmarkt stützt diese Pläne. Das weltweite Volumen für Wafer-Produktionsanlagen soll im kommenden Jahr die Marke von 100 Milliarden US-Dollar erreichen. Darauf reagieren auch Analysten. Mizuho hob das Kursziel für Lam Research kürzlich auf 400 US-Dollar an. Die Investmentbank begründet die Empfehlung mit der hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Hohe Margen treffen auf Export-Hürden

Operativ läuft das Geschäft rund. Für das abgelaufene Juni-Quartal peilt Lam Research einen Umsatz von etwa 6,6 Milliarden US-Dollar an. Die operative Marge soll bei starken 36,5 Prozent liegen. Aktionäre profitieren direkt von dieser Profitabilität. Der Konzern will mindestens 85 Prozent seines freien Cashflows ausschütten.

Kurz gesagt: ein robustes Zahlenwerk. Allerdings trüben geopolitische Spannungen das Bild. Strenge US-Exportkontrollen kosten das Unternehmen viel Geld. Laut Management entgingen dem Konzern im China-Geschäft bereits Umsätze von 700 Millionen US-Dollar. Das ist ein schmerzhafter Einschnitt. Immerhin erzielt das Unternehmen knapp 88 Prozent seiner Erlöse im asiatisch-pazifischen Raum.

Schwankungen prägen den Handel

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese gemischte Lage wider. Am Mittwoch schloss das Papier bei rund 333 US-Dollar. Auf Wochensicht gab der Kurs leicht nach. Die Schwankungsbreite im gesamten Halbleitersektor bleibt extrem hoch. Dennoch notiert die Aktie weiterhin komfortabel über ihrer langfristigen 200-Tage-Linie.

Noch im Juli legt das Unternehmen die endgültigen Quartalszahlen vor. Dann rechnet das Management mit der Bestätigung der hohen operativen Margen. Ein starkes Ergebnis könnte der Aktie neuen Schwung verleihen und das Allzeithoch von Ende Juni wieder in greifbare Nähe rücken.