Bei Lantheus haben börsengehandelte Fonds am Montag überwiegend Aktien verkauft. Einem gestern veröffentlichten Medienbericht zufolge standen neun verkaufenden ETFs drei Käufer gegenüber. Der Bericht beziffert die Nettoabflüsse für diese Sitzung auf 22,8 Millionen $. Das deutet auf Verkaufsdruck hin, erklärt aber nicht die Ursache einer bestimmten Kursbewegung.

Für Anleger sind damit zwei Entwicklungen auseinanderzuhalten: die gemeldeten Fondsbewegungen und der noch nicht abgeschlossene Verkauf an Curium. Aus den ETF-Transaktionen allein lässt sich weder ein Urteil über die Übernahme noch über deren regulatorische Erfolgsaussichten ableiten. Die Verkäufe sind ein Hinweis auf das Handelsgeschehen, kein Beleg für eine veränderte Transaktionslage.

Aktionärsvotum ersetzt nicht die Genehmigungen

Die Lantheus-Aktionäre billigten am 14. Oktober den Fusionsvertrag mit Curium US Holdings LLC. Laut Pflichtmitteilung entfielen 55.457.863 Stimmen auf die Zustimmung und 1.563.807 auf die Ablehnung. Daneben gab es Enthaltungen.

Damit ist die Zustimmung der Anteilseigner erfolgt. Der Vollzug hängt jedoch weiterhin von den verbleibenden Vertragsbedingungen ab. Dazu zählen regulatorische Genehmigungen. Das Aktionärsvotum darf deshalb nicht mit einem bereits abgeschlossenen Eigentümerwechsel gleichgesetzt werden.

Nach dem vereinbarten Ablauf soll Coco Merger Sub Inc. mit Lantheus verschmolzen werden. Lantheus würde anschließend eine vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft von Curium. Medienberichten zufolge sieht die angekündigte Gegenleistung 102,50 $ je Aktie in bar sowie bedingte Wertrechte von bis zu 12 $ je Aktie vor.

Für die Bewertung des Angebots ist diese Unterscheidung wesentlich: Die Barzahlung und die bedingten Wertrechte sind unterschiedliche Bestandteile. Der Höchstbetrag der Wertrechte ist keine vorbehaltlos zugesagte zusätzliche Barzahlung. Ebenso bleibt der gesamte Zusammenschluss an die noch zu erfüllenden Bedingungen gebunden.

Mizuho reduzierte die Einschätzung

Am 13. Oktober stufte Mizuho Lantheus von „Outperform“ auf „Neutral“ herab. Medienberichten zufolge senkte das Haus zugleich sein Kursziel von 115 $ auf 109 $.

Die Analystenaktion und die später gemeldeten ETF-Verkäufe sind getrennte Vorgänge. Eine ursächliche Verbindung zwischen ihnen ist damit nicht belegt. Für die weitere Einordnung der Übernahme bleiben vor allem die regulatorischen Genehmigungen und die übrigen Vertragsbedingungen maßgeblich.

Der jüngste Bericht über Fondsverkäufe ändert nichts an dieser Unterscheidung: Die Aktionäre haben zugestimmt, der Zusammenschluss ist aber noch nicht vollzogen.