Li-FT Power treibt die Finanzierung der Renard-Diamantmine mit einem straffen Zeitplan voran. Das Unternehmen unterzeichnete am Donnerstag eine formelle Übernahmevereinbarung für eine Kapitalerhöhung über 20.010.000 kanadische Dollar mit einem Bankenkonsortium. Die Platzierung soll bereits am 12. August abgeschlossen werden, vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung der TSX Venture Exchange.
Sechs Banken im Konsortium, Aktien zu 2,90 kanadischen Dollar
Li-FT Power hatte die Kapitalerhöhung am Montag angekündigt: 6.900.000 Stammaktien zu je 2,90 kanadischen Dollar, organisiert als sogenannter Bought-Deal. Canaccord Genuity Corp. fungiert als Lead-Underwriter und alleiniger Bookrunner. Am Donnerstag folgte die formelle Vereinbarung mit einem erweiterten Konsortium, dem neben Canaccord Genuity auch BMO Nesbitt Burns Inc., Raymond James Ltd., ATB Capital Markets Corp. und SCP Resource Finance LP angehören. Bereits am Mittwoch hatte Li-FT Power an der australischen Börse ASX vorsorglich eine Handelsaussetzung beantragt, die bis zur Bekanntgabe der Kapitalmaßnahme galt.
Rund 18 Millionen der insgesamt gut 20 Millionen kanadischen Dollar sollen laut einer Präzisierung vom Freitag in die Instandhaltungskosten der Renard-Diamantmine und der zugehörigen Verarbeitungsanlage für das erste Jahr fließen. Die Mine ist Gegenstand einer bindenden Kaufoptionsvereinbarung, die das Unternehmen mit Stornoway Diamonds (Canada) Inc. geschlossen hat.
Agnico-Eagle-Tochter beteiligt sich an der Platzierung
Medienberichten zufolge wird sich Avenir Minerals Limited, eine Tochtergesellschaft von Agnico Eagle Mines, an der Kapitalerhöhung beteiligen. Grundlage ist ein bestehendes Investorenrechteabkommen zwischen Avenir Minerals und Li-FT Power. Die Beteiligung eines etablierten Bergbaukonzerns an der Finanzierungsrunde unterstreicht das strategische Interesse an dem Projekt, auch wenn die genaue Zeichnungssumme offen bleibt.
Der Weg zur Renard-Übernahme ist bereits weit fortgeschritten. Der Superior Court von Québec genehmigte am 14. Juli laut Reuters die bindende Kaufoptionsvereinbarung, mit der Li-FT Power die Mine und die Verarbeitungsanlage von Stornoway Diamonds für lediglich einen kanadischen Dollar erwerben kann – nachdem zuvor eine Optionsgebühr von 12 Millionen kanadischen Dollar entrichtet wurde. Bis zum 3. Oktober muss das Unternehmen zudem eine Genehmigung des Ministère des Ressources naturelles et des Forêts für den Aufschub der Sanierungsarbeiten am Renard-Standort einholen. Diese Genehmigung ist Bedingung für die Wirksamkeit der Kaufoption.
Drillprogramm in Québec und neuer Betriebschef
Parallel zur Renard-Transaktion treibt Li-FT Power sein Lithiumgeschäft voran. Am 17. Juli startete das Unternehmen ein Bohrprogramm mit 163 Bohrlöchern und einer Gesamtlänge von 38.970 Metern am Adina-Galinée-Lithiumprojekt in Québec. Bereits Ende Juli hatte Li-FT Power mit Jeff Reinson einen neuen Chief Operating Officer berufen, der zuvor seit Februar als Senior Vice President of Development tätig war.
Am 3. August senkte eine Analystenrunde – gestützt auf den Durchschnitt dreier Häuser – das Kursziel für Li-FT Power um 7,0 Prozent auf 10,37 kanadische Dollar, nach zuvor 11,15 kanadischen Dollar.
Aktie unter Druck trotz Erholungsversuch
Am Kapitalmarkt spiegelt sich die Gemengelage aus Finanzierungsbedarf und Verwässerungsrisiko in einem schwachen Kursverlauf wider. Zum Freitagsschluss stand die Aktie bei 1,85 Euro, ein Plus von 1,09 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang jedoch auf 20,04 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 32,3 signalisiert eine überverkaufte Situation, was kurzfristige Gegenbewegungen wie jene vom Freitag begünstigen kann, ohne den mittelfristigen Abwärtstrend zu widerlegen. Anleger dürften den Blick nun auf den Abschluss der Platzierung am 12. August sowie die behördliche Genehmigung im Oktober richten – beide Termine entscheiden darüber, ob die Renard-Transaktion wie geplant vollzogen werden kann.
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