LKQ Corporation kämpft an zwei Fronten. Während das operative Geschäft in Nordamerika schwächelt, belasten Sammelklagen wegen mutmaßlicher Falschinformationen die Stimmung. Die Folge: Das Papier notiert nahe dem Jahrestief.

Vorwürfe wegen Uni-Select und FinishMaster

Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht die Übernahme von Uni-Select. Mehrere Kanzleien werfen dem Management vor, Probleme bei der Integration verschwiegen zu haben. Parallel dazu soll LKQ den Verlust wichtiger Großkunden bei der Tochter FinishMaster nicht rechtzeitig kommuniziert haben.

Anleger, die zwischen Februar 2023 und Juli 2025 investierten, sehen sich getäuscht. Die Kläger behaupten, diese operativen Rückschläge hätten die Finanzlage massiv belastet.

Schwache Zahlen belasten den Kurs

Die jüngsten Geschäftszahlen verstärkten den Abwärtstrend. Nach dem Bericht für das erste Quartal 2026 brach der Kurs um über neun Prozent ein. Der Konzern erwirtschaftete einen Umsatz von 3,469 Milliarden Dollar.

Der Nettogewinn lag bei 79 Millionen Dollar. Besonders das Großhandelsgeschäft in Nordamerika enttäuschte. In diesem Segment verfehlte das Unternehmen seine Umsatzziele um rund 200 Millionen Dollar.

Das operative Ergebnis (EBITDA) blieb im Frühjahr 2025 um 24 Millionen Dollar hinter den Erwartungen zurück. Die Marktkapitalisierung schrumpfte infolge der Kursverluste auf rund 7,16 Milliarden Dollar.

Strategische Neuausrichtung unter John Mendel

Der neue Verwaltungsratschef John Mendel versucht die Wende. Er ordnete personelle Wechsel an, um das Kerngeschäft zu stabilisieren. In Europa setzt der Konzern indes auf Kundenbindung, etwa durch technische Schulungen in der Slowakei.

Anleger blicken nun auf den 22. Juni 2026. Bis zu diesem Stichtag können sich Geschädigte als Hauptkläger für die Sammelklagen melden. Der Ausgang dieser Verfahren wird die Volatilität der Aktie maßgeblich bestimmen.