Ein Transportflugzeug soll künftig im Ernstfall die Verbindung zu den US-Atom-U-Booten halten. Lockheed Martin hat der US-Marine die erste C-130J-30 Super Hercules für die TACAMO-Mission übergeben. Die Auslieferung fand am 15. Oktober am Standort Marietta im US-Bundesstaat Georgia statt.
Vom Transporter zur Kommandozentrale
TACAMO steht für „Take Charge and Move Out“ und bezeichnet die luftgestützte Führungs- und Kommunikationsfähigkeit der Marine für den Nuklearfall. Die gelieferte Maschine wird zur E-130J Phoenix II umgebaut, der nächsten Plattform für diese Aufgabe.
Den Umbau übernimmt nicht Lockheed selbst. Northrop Grumman fungiert als Systemintegrator und rüstet das Flugzeug mit der Missionstechnik aus. Erst danach geht die Phoenix II in den Dienst.
Mit dem Auftrag schließt sich ein historischer Kreis. Bereits von 1963 bis 1993 flog die Marine die TACAMO-Mission mit einer Hercules-Variante, der EC-130Q. Die neue Maschine knüpft daran an, bringt aber modernere Avionik, Kommunikationstechnik und Schutzfunktionen mit.
Was Lockheed daraus ziehen kann
Die Marine lobt die Hercules als „strukturelles und leistungsmäßiges Rückgrat“ für die Mission. Lockheed-Manager Trish Pagan sprach von einem historischen Meilenstein für das strategische Kommunikationsnetz der USA. Aus Konzernsicht zeigt der Schritt, dass sich die Hercules-Familie in ein weiteres Einsatzfeld ausdehnen lässt.
Das Muster ist bekannt: Eine bewährte Plattform wird um eine neue Rolle erweitert, statt ein Flugzeug von Grund auf zu entwickeln. Die weltweite C-130J-Flotte umfasst mehr als 570 Maschinen, zertifiziert für 20 Einsatzprofile, darunter Luftabwurf, Seenotrettung und Brandbekämpfung. Mit TACAMO kommt eine strategische Aufgabe hinzu.
An der Börse blieb die Resonanz zunächst verhalten. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 532,64 Dollar und lag vorbörslich leicht im Plus. Finanzielle Details zum Programm, etwa Stückzahlen oder Auftragswerte, nannte das Unternehmen nicht.
Der nächste Schritt liegt nun bei Northrop Grumman. Sobald die Integration der Missionssysteme abgeschlossen ist, soll das Flugzeug als E-130J Phoenix II in den Dienst der Marine treten.
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