Starke Jahresbilanz, schwache Woche — bei LPKF Laser & Electronics klaffen Anspruch und Realität gerade weit auseinander. Erst am 21. Juni stieg der Spezialist für Lasertechnologie in den SDAX auf. Nur einen Tag später erreichte der Kurs sein Jahreshoch. Die Folge: Investoren nahmen im großen Stil Gewinne mit.

Der schnelle Fall vom Rekordhoch

Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 21,60 Euro. Das entspricht einem satten Wochenverlust von fast 25 Prozent. Damit rutschte der Kurs auch knapp unter die wichtige 50-Tage-Linie.

Derzeit notiert die Aktie deutlich unter ihrem frischen 52-Wochen-Hoch von 30,20 Euro. Eine annualisierte Schwankungsbreite von über 135 Prozent zeigt die extreme Nervosität im Markt. Dennoch steht seit Januar ein massives Plus von 259 Prozent auf der Kurstafel.

LIDE-Technologie treibt die Fantasie

Die massive Jahresrally basiert auf hohen Erwartungen. LPKF hat eine Technologie namens LIDE für die Halbleiterindustrie entwickelt. Aktuell testen zahlreiche Kunden diese Anlagen. Der Vorstand spricht von konkreten Verhandlungen über erste Serienmaschinen.

Im ersten Quartal zeigte das operative Geschäft ein gemischtes Bild. Der Umsatz fiel auf 17,1 Millionen Euro. Ein schwaches Solargeschäft belastete die Bilanz. Parallel dazu kletterte der Auftragseingang auf 24,1 Millionen Euro.

Das ergibt ein starkes Verhältnis von neuen Aufträgen zu Umsätzen. Das Management treibt obendrein ein Sparprogramm voran. Es soll die Kosten spürbar senken.

Blick auf den Juli

Am 23. Juli legt LPKF den Halbjahresbericht vor. Dann muss der Vorstand konkrete Zahlen zum Auftragseingang im Halbleiterbereich liefern. Nur handfeste Bestellungen für die LIDE-Anlagen werden die hohe Bewertung rechtfertigen. Enttäuscht das Management, droht ein weiterer Test der 50-Tage-Linie.