LPKF Laser Aktie: Elmos-Chef Schneider für Aufsichtsrat

LPKF-Hauptversammlung am 4. Juni: Personalwechsel im Aufsichtsrat, keine Dividende und Gegenanträge von Aktionären erwartet.

LPKF Laser Aktie
Kurz & knapp:
  • Aufsichtsrat bekommt Halbleiter-Experten
  • Keine Dividende für Aktionäre
  • Gegenantrag fordert Kapitalerhöhung
  • LIDE-Aufträge noch im zweiten Quartal

Nach einer Rally von über 400 Prozent seit Dezember trifft LPKF Laser & Electronics am 4. Juni auf eine Hauptversammlung, die mehr Konflikt verspricht als üblich. Die Anmeldefrist ist seit Mittwoch abgelaufen — wer nicht rechtzeitig reagiert hat, verliert sein Stimmrecht für eine Versammlung, auf der Strategie, Personal und Widerstand aus dem Aktionärskreis aufeinandertreffen.

Aufsichtsrat bekommt Halbleiter-DNA

Der strategisch bedeutsamste Tagesordnungspunkt ist ein Personalwechsel im Kontrollgremium. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dirk Michael Rothweiler tritt nicht mehr an. Als Nachfolger ist Dr. Arne Schneider vorgeschlagen — Vorstandschef von Elmos Semiconductor, mit Mandat bis 2029.

Das ist mehr als eine Personalie. LPKF richtet seine Strategie stärker auf Halbleiteranwendungen aus, insbesondere auf Glasbearbeitung für Advanced Packaging. Schneider bringt genau das mit: Branchenerfahrung im Halbleitergeschäft sowie Kenntnisse in Rechnungslegung und Abschlussprüfung.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Wahl des Abschlussprüfers für 2026 sowie eine Satzungsänderung, die Hauptversammlungen künftig auch im 50-Kilometer-Radius um den Unternehmenssitz erlaubt.

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Kein Geld für Aktionäre — und Widerstand im Saal

Eine Dividende gibt es nicht. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro vollständig auf neue Rechnung vorzutragen. Der Hintergrund ist die operative Lage: Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um 32,4 Prozent auf 17,1 Millionen Euro ein, das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro. Haupttreiber war ein deutlich niedrigerer Umsatz im Solarsegment.

Ein Gegenantrag fordert, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern — und stattdessen eine sofortige Kapitalerhöhung, um im Advanced-Packaging-Markt aggressiver zu wachsen. Die Einwände betreffen neben der Strategie auch bestimmte Personalentscheidungen. Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.

LIDE: Der eigentliche Kurstreiber wartet noch

Hinter der Governance-Agenda steht die für Investoren entscheidendere Frage: Wann kommen die ersten Serienaufträge für die LIDE-Technologie? LPKF entwickelt die Integration von Co-Packaged Optics auf Glassubstraten — eine Schlüsseltechnologie für künftige Halbleitergenerationen, bei der Glas neben elektrischen auch optische Funktionen übernimmt.

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Das Management erwartet erste Produktionsaufträge noch im zweiten Quartal 2026. Allerdings hängt der Zeitpunkt nicht allein von LPKF ab — Kunden müssen nachgelagerte Prozessschritte selbst qualifizieren. Ein breiter Hochlauf startet frühestens 2027, die Phase mit hohen Stückzahlen erst ab 2029.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet LPKF einen Konzernumsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro bei einer bereinigten EBIT-Marge von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent. Potenzielle Volumenaufträge aus dem Advanced-Packaging-Bereich sind darin nicht enthalten.

Der Auftragseingang stieg auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio liegt bei 1,4 — neue Aufträge laufen schneller herein, als das Unternehmen aktuell liefert. Das ist ein Signal, aber noch kein Umsatz.

Die Aktie büßte allein am Freitag 8,75 Prozent ein und notiert bei 21,90 Euro — rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 25. Mai. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 264 Prozent. Der Halbjahresbericht im Juli wird zeigen, ob der robuste Auftragseingang in tatsächliche Erlöse münzt — und ob die LIDE-Fantasie fundamentale Substanz bekommt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.