LPKF Laser Aktie: Marshall Wace baut Short aus

LPKF Laser Aktie

LPKF steckt in einem seltenen Spannungsfeld: Die Chip-Fantasie rund um LIDE trägt die Story, das operative Geschäft liefert sie noch nicht. Nach der starken Rallye nehmen Leerverkäufer den Titel stärker ins Visier. Der Kurs reagiert nervös. Das macht die Hauptversammlung Anfang Juni wichtiger als gewöhnlich.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 21,10 Euro, ein Tagesplus von 1,44 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 10,59 Prozent.

Über einen Monat bleibt ein Plus von 42,09 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Gewinn sogar auf 251,08 Prozent. Vom Jahreshoch bei 28,00 Euro liegt der Kurs 24,64 Prozent entfernt.

Das ist kein ruhiger Aufwärtstrend mehr. Es ist ein Markt, der Erwartungen neu sortiert.

Leerverkäufer sehen eine Lücke

Der Gegenwind kommt nicht nur von Gewinnmitnahmen. Berichte über ein stärkeres Engagement institutioneller Leerverkäufer belasten die Stimmung. Marktdaten deuten darauf hin, dass Marshall Wace seine Short-Position bei LPKF ausgebaut hat.

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Leerverkäufer setzen oft dort an, wo hohe Erwartungen auf schwache Zahlen treffen. Bei LPKF ist genau diese Lücke sichtbar.

Diese Lücke zeigt sich im ersten Quartal 2026. Der Umsatz fiel auf 17,1 Millionen Euro. Das EBIT rutschte auf minus 6,9 Millionen Euro.

Das schwache Solargeschäft belastete den Jahresstart deutlich. Die Börse schaut dagegen auf LIDE, also Laser Induced Deep Etching. Die Technologie soll Glas für das Advanced Packaging von Mikrochips nutzbar machen.

Das Problem: Diese Fantasie muss erst in Serienaufträge und Umsatz münden.

Aufträge stützen die Story

Der Auftragseingang liefert dem Vorstand ein Gegenargument. Er stieg um knapp 18 Prozent auf 24,1 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,4.

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LPKF nimmt also mehr neue Aufträge herein, als der Konzern gleichzeitig abarbeitet. Das spricht für künftiges Wachstum, auch wenn die Ergebnisrechnung noch schwach aussieht.

Im Transformationsprogramm North Star arbeitet der Konzern an niedrigeren Kosten. Bis 2028 will LPKF eine dauerhaft zweistellige operative Marge erreichen. Erste Effekte zeigten sich bereits zum Jahresstart.

In der Halbleitersparte erweitert LPKF das Angebot. Neben der Glasstrukturierung entwickelt das Unternehmen Lösungen für das Bonden von Multilayer-Glasstapeln. Auch die Vereinzelung von Glas-Packages gehört dazu.

Nach Unternehmensangaben laufen bereits Gespräche mit mehreren Kunden über erste Produktionsanlagen. Genau dort liegt der Hebel für die Aktie. Aus Technologieinteresse müssen belastbare Bestellungen werden.

Juni wird zur Messlatte

Die ordentliche Hauptversammlung am 4. Juni 2026 in Hannover rückt damit näher. Der Vorstand dürfte dort Fortschritte bei LIDE und zur Jahresprognose erklären. Die Prognose sieht einen Umsatz von bis zu 120 Millionen Euro vor.

Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für harte Bewegungen. Der Markt verlangt jetzt Belege, dass die Aufträge schnell genug in Umsatz und Marge münden. Eine stabilere Basis entsteht erst, wenn die Chip-Story nicht nur Fantasie bleibt.

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Über Dieter Jaworski 4238 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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