LPKF Laser Aktie: Produktionsauftrag im Q2 entscheidend

LPKF verzeichnet starken Kursanstieg, operativ fehlt jedoch der entscheidende Produktionsauftrag für die Schlüsseltechnologie LIDE.

LPKF Laser Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktienkurs seit Jahresbeginn stark gestiegen
  • Umsatz im ersten Quartal deutlich gesunken
  • Auftragseingang zeigt positive Entwicklung
  • Entscheidender LIDE-Auftrag noch ausstehend

LPKF hat an der Börse eine enorme Erwartung aufgebaut. Operativ ist der wichtigste Beweis aber noch offen: Im Kernbereich Advanced Packaging liegt bislang kein Produktionsauftrag vor. Genau dort entscheidet sich, ob die Rally ein Fundament bekommt.

Rally mit Gegenwind

Am Freitag verliert die Aktie 5,93 Prozent auf 22,20 Euro. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von 269,38 Prozent zu Buche. Die Fallhöhe ist damit hoch.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 146,81 Prozent. Das passt zu einem Wert, der stark von Zukunftserwartungen lebt. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Schwaches Quartal, bessere Aufträge

Operativ war der Jahresauftakt schwierig. Der Umsatz fiel auf 17,1 Millionen Euro, nach 25,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro.

Bereinigt stand ein Verlust von 5,7 Millionen Euro. Besonders hart traf es das Solarsegment, dessen Umsatz auf 1,3 Millionen Euro einbrach. Kunden halten dort Investitionen zurück, weil ein Technologiewechsel zu Perowskit-Zellen erwartet wird.

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Der Lichtblick ist der Auftragseingang. Er stieg auf 24,1 Millionen Euro, nach 20,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum; die Book-to-Bill-Ratio erreichte 1,4. Besonders im Segment Electronics waren Systeme zum präzisen Laserschneiden von Leiterplatten gefragt.

LIDE trägt die Bewertung

Der eigentliche Kurstreiber bleibt die LIDE-Technologie. Damit strukturiert LPKF Glas für moderne Chip-Verpackungen, auch komplexe Aluminosilikat-Gläser. Der technologische Vorsprung vor Wettbewerbern wird auf rund zehn Jahre geschätzt.

Im Advanced Packaging meldet das Unternehmen konkrete Gespräche mit mehreren Kunden über erste Produktionsanlagen. Die Technologie läuft bereits in Test- und Forschungsumgebungen von Halbleiterkunden. Ein unterschriebener Produktionsauftrag fehlt aber weiter.

Erste Produktionsaufträge erwartet das Management noch im laufenden Quartal. Ein echter Hochlauf dürfte frühestens 2027 beginnen, hohe Stückzahlen erst ab 2029. Potenzielle Volumenaufträge sind in der Prognose nicht enthalten, weil die Qualifikation nachgelagerter Prozessschritte den Zeitplan bestimmt.

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Umbau und Bewertungsdruck

Parallel arbeitet LPKF am Transformationsprogramm „North Star“. Die Produktion von Welding-Systemen in Fürth wurde geschlossen und in Suhl gebündelt; erste dort montierte Anlagen wurden bereits ausgeliefert. Das Programm soll Kosten senken und die Struktur robuster machen.

Die Restrukturierungskosten dürften im laufenden Jahr außergewöhnlich hoch ausfallen und rund 3 bis 4 Prozent des Umsatzes erreichen. Bis 2028 strebt der Vorstand eine nachhaltige zweistellige EBIT-Marge im Konzern an.

Für das laufende Geschäftsjahr hält LPKF an einem Umsatz von 105 bis 120 Millionen Euro fest. Bei der bereinigten EBIT-Marge reicht die Zielspanne von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent.

Montega hob das Kursziel von 9,00 auf 15,00 Euro an und verwies auf die konkretere Perspektive im Advanced Semiconductor Packaging. In einem optimistischen Szenario könnten wenige Kunden 2027 rund 35 Millionen Euro Umsatz beisteuern. Der aktuelle Kurs liegt dennoch deutlich über diesem Ziel.

Der unmittelbare Prüfstein bleibt das laufende Quartal: Ohne Produktionsauftrag im LIDE-Geschäft bleibt die Bewertung vor allem eine Wette auf künftige Skalierung. Am 4. Juni 2026 folgt die Hauptversammlung in Hannover; der Bilanzgewinn von rund 7,6 Millionen Euro soll vollständig vorgetragen werden, eine Dividende ist nicht geplant.

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Über Dieter Jaworski 4067 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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