Bei LPKF Laser prallen zwei Geschichten aufeinander. Operativ steckt das Unternehmen noch in einer Schwächephase, an der Börse läuft längst die Zukunftserzählung rund um Glas-Substrate für Hochleistungschips. Genau diese Diskrepanz macht die Aktie derzeit so spannend.
Am Freitag schloss das Papier bei 24,80 Euro und legte am Tag um 12,22 Prozent zu. Über einen Monat steht ein Plus von 54,52 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn summiert sich der Anstieg sogar auf 312,65 Prozent — ein Tempo, das Erwartungen sichtbar vorwegnimmt.
Schwache Zahlen, starker Auftragseingang
Die jüngsten Quartalsdaten liefern noch keinen Grund für Euphorie. Der Umsatz fiel im ersten Quartal auf 17,1 Millionen Euro, ein Rückgang von rund 32 Prozent. Das EBIT lag bei minus 6,9 Millionen Euro.
Der Hauptbelastungsfaktor bleibt das Solarsegment. Hier wirkt die Nachfrage weiter schwach, was die Profitabilität spürbar drückt. Der Markt schaut deshalb weniger auf das aktuelle Ergebnis und stärker auf die Frage, ob andere Bereiche die Lücke füllen können.
Ein Signal kommt vom Auftragseingang. Dieser stieg im ersten Quartal auf 24,1 Millionen Euro, die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,4. Damit übersteigen die Neubestellungen den realisierten Umsatz klar.
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Das ist kein Beweis für eine schnelle Wende. Es zeigt aber, dass die Nachfrage nicht überall wegbricht. Für eine Aktie, die bereits weit gelaufen ist, zählt nun vor allem die Qualität dieser Aufträge.
LIDE-Technologie rückt ins Zentrum
Der eigentliche Kurstreiber liegt im Advanced Semiconductor Packaging. LPKF setzt dort auf die patentierte LIDE-Technologie, mit der Glas-Substrate hochpräzise bearbeitet werden können. Diese Substrate gelten in der Halbleiterindustrie als mögliche Alternative zu klassischen organischen Trägermaterialien.
Der Reiz liegt auf der Hand. Künstliche Intelligenz und Rechenzentren treiben den Bedarf an leistungsfähigeren Chip-Packages. Wenn Glas-Substrate dort breiter eingesetzt werden, könnte LPKF mit seiner Technologie in eine deutlich größere industrielle Rolle hineinwachsen.
Das Management sieht die Technologie bei zahlreichen Kunden in der Qualifizierung. Für das laufende zweite Quartal erwartet das Unternehmen erste konkrete Produktionsaufträge für Anlagen zur Serienfertigung. Genau hier verläuft die Trennlinie zwischen Hoffnung und belastbarem Geschäft.
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Insiderkauf und Umbauprogramm stützen die Story
Rückenwind kam zuletzt auch aus der Führungsetage. Vorstandschef Klaus Fiedler kaufte eigene Aktien im Wert von rund 42.000 Euro. Der Kaufpreis lag bei 21,00 Euro je Aktie.
Solche Transaktionen sind keine Garantie. Am Markt werden sie aber häufig als Vertrauenssignal gelesen, gerade wenn die Bewertung stark von künftigen Projekten abhängt. Bei LPKF passt der Kauf in eine Phase, in der das Unternehmen seine Kostenbasis neu ausrichtet.
Das Restrukturierungsprogramm „North Star“ soll die operative Marge bis 2028 in den zweistelligen Bereich bringen. Ein Schritt dabei ist bereits abgeschlossen: Die Produktion von Welding- und Solar-Systemen wurde am Standort Suhl gebündelt.
Im Juni folgt die ordentliche Hauptversammlung. Neben den üblichen Beschlüssen steht die Wahl neuer Aufsichtsratsmitglieder auf der Agenda. Vorgeschlagen ist unter anderem Dr. Arne Schneider, derzeit Vorstandschef von Elmos Semiconductor — ein Name, der zur stärkeren Halbleiterausrichtung passt.
Die Jahresprognose bleibt trotz der Börsenrallye vorsichtig. Für 2026 peilt LPKF einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro an. Volumenaufträge aus dem Advanced Packaging sind darin noch nicht vollständig abgebildet; genau deshalb dürfte jede Meldung zu Serienaufträgen im zweiten Quartal den nächsten Impuls setzen.
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