Die Frankfurter Wertpapierbörse und die Börse München haben dem Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien von Ludwig Beck am Rathauseck – Textilhaus Feldmeier zum regulierten Markt stattgegeben. Wie das Unternehmen am heutigen Montag via EQS News mitteilte, rückt das Ende der Börsennotierung für das Münchner Traditionshaus damit in unmittelbare Nähe.

Abschied von der Frankfurter Wertpapierbörse

Der Handel im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse wird mit Ablauf des 21.08.2026 eingestellt. Anleger an der Börse München müssen sich auf einen noch kurzfristigeren Termin einstellen: Dort endet die Notierung bereits mit Ablauf des 19.08.2026. Das Wirksamwerden des Delistings erfolgt Medienberichten zufolge unmittelbar nach dem Ende der Annahmefrist für das Pflichtangebot sowie das Delisting-Erwerbsangebot der Bayerische Gewerbebau AG.

Hintergrund des Rückzugs vom Parkett ist der Kontrollwechsel bei dem Modekaufhaus. Der Immobilienunternehmer Alfons Doblinger hat über seine Beteiligungsgesellschaften die Mehrheit an dem Unternehmen übernommen.

Eine am Freitag veröffentlichte Stimmrechtsmitteilung gemäß § 40 Abs. 1 WpHG bestätigte diesen Übergang der Stimmrechtsanteile offiziell, nachdem die Bayerische Gewerbebau AG den Aktionären zuvor ein entsprechendes Übernahmeangebot unterbreitet hatte.

Führungsteam leitet Neuausrichtung im Premiumsegment

Parallel zum Eigentümerwechsel wurde bereits am 5. August ein personeller Neuanfang an der Unternehmensspitze vollzogen. Sebastian Jänisch, der zuvor für Peek & Cloppenburg tätig war, übernahm als neuer CEO die Verantwortung für das operative Geschäft. Er leitet das Haus gemeinsam mit Jens Schott, der als CFO die Bereiche Verwaltung und Finanzen steuert. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Christian Greiner ist im Zuge dieser Umstrukturierung aus dem Gremium ausgeschieden.

Die neue Führung soll laut Berichten der Abendzeitung München eine strategische Neuausrichtung vorantreiben, die den Fokus verstärkt auf das Premiumsegment legt. Einen ersten Anhaltspunkt für die finanzielle Ausgangslage lieferte der am 28. Juli veröffentlichte Halbjahresfinanzbericht 2026, der die Geschäftsentwicklung noch vor dem Wirksamwerden der aktuellen Übernahmeangebote dokumentierte.

Kursentwicklung vor dem Handelsende

Am Aktienmarkt zeigt sich der Titel am heutigen Montag stabil und notiert bei 23,20 €. Trotz der anstehenden Einstellung des Börsenhandels blickt das Papier auf ein äußerst volatiles, aber per saldo erfolgreiches Jahr zurück. Seit Jahresbeginn konnte der Wert eine Performance von 93 % erzielen.

Durch diese deutliche Aufwärtsbewegung in den vergangenen Monaten notiert die Aktie aktuell rund 30 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Für Aktionäre, die das Barangebot nicht angenommen haben, verbleiben nun nur noch wenige Handelstage, bevor die Papiere nicht mehr im regulierten Markt gelistet sind.