Lufthansa weitet sein Japan-Netz aus — und ITA Airways spielt dabei eine zentrale Rolle. Am Freitag legte die Aktie um gut vier Prozent zu und kletterte auf 8,61 Euro.

Neuer Partner im Japan-Joint-Venture

Auf der IATA-Jahrestagung in Rio de Janeiro unterzeichnete Lufthansa am 7. Juni 2026 einen Vertrag mit All Nippon Airways (ANA). ITA Airways tritt ab Herbst 2026 dem bestehenden Europa-Japan-Joint-Venture bei.

Das Bündnis läuft seit 2012 und koordiniert rund 160 Langstreckenflüge pro Woche zwischen Europa und Japan. Kernbereiche sind Flugpläne, kommerzielle Aktivitäten und Produktangebote. Mit ITA kommt nun die Route Rom-Fiumicino nach Tokio-Haneda hinzu.

Das ist mehr als ein symbolischer Schritt. Rom wird zum südlichen Drehkreuz für Japan-Verbindungen — besonders für Reisende aus Südeuropa, dem Mittelmeerraum und Nordafrika. Die japanischen Behörden haben die nötige kartellrechtliche Genehmigung bereits erteilt.

Mehrheit für 325 Millionen Euro

Parallel zur Joint-Venture-Erweiterung treibt Lufthansa die Übernahme von ITA Airways voran. Der Aufsichtsrat genehmigte, die bestehende Option auszuüben und den Anteil von 41 auf 90 Prozent zu erhöhen. Der Kaufpreis für die zusätzlichen 49 Prozent beträgt 325 Millionen Euro.

Diese Option war bereits im ursprünglichen Kaufvertrag mit dem italienischen Wirtschaftsministerium vom Juni 2023 verankert. Der Abschluss hängt noch von der Europäischen Kommission und dem US-Justizministerium ab. Lufthansa rechnet mit einer Genehmigung im ersten Quartal 2027.

Ab 2028 kann Lufthansa dann auch die verbleibende letzte Tranche erwerben und ITA vollständig übernehmen.

Bereits tief verflochten

Operativ agiert ITA schon heute wie eine vollwertige Lufthansa-Tochter. Die Airline ist der Star Alliance beigetreten und hat Miles & More als Vielfliegerprogramm übernommen. Lufthansa Cargo vermarktet zudem die Frachtkapazitäten der Italiener — darunter drei Boeing-777-Frachter.

Rom-Fiumicino ergänzt damit die bestehenden Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich und Wien. Der Standort schließt eine geografische Lücke im Netz der Gruppe.

Aktie über beiden Durchschnitten

Die Kursreaktion fiel deutlich aus. Mit 8,61 Euro liegt die Lufthansa-Aktie klar über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 7,93 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 8,07 Euro. Auf Zwölfmonatssicht hat das Papier rund 22 Prozent zugelegt. Das 52-Wochen-Hoch von 9,59 Euro bleibt noch knapp zehn Prozent entfernt — erreichbar, wenn die Behörden den ITA-Deal zügig durchwinken.