Lufthansa investiert 600 Millionen Euro in ihr Fracht-Drehkreuz Frankfurt. Die erste Ausbauphase ist jetzt abgeschlossen.
Ein leichter Dämpfer bleibt: Die Aktie notiert am Montag bei 9,67 Euro, ein Minus von 0,68 Prozent zum Freitagsschluss. Auf Monatssicht steht aber ein Plus von 13,23 Prozent.
Hochregallager mit Tempo
Das Unternehmen hat am Frankfurter Flughafen die ALPHA-Phase des Projekts „LCCevo“ beendet. Herzstück ist ein automatisiertes Hochregallager. 42 Meter hoch, Platz für 3.000 Paletten. Die Anlage schafft über 300 Ein- und Auslagerungen pro Stunde.
CEO Ashwin Bhat spricht von einem Moment, in dem die „Vision zur Realität“ werde. Die Modernisierung umfasst 80.000 Quadratmeter Fläche. Besonders wertvoll: temperierte Zonen für empfindliche Fracht. Die durchschnittliche Verweildauer der Fracht soll auf rund 20 Stunden sinken.
Bis 2030 folgen die Bauabschnitte „Bravo“ und „Charlie“. Frankfurt ist das Nadelöhr: Rund 50 Prozent des Luftfrachtaufkommens wickelt Lufthansa hier ab.
Rallye verlangt Pause
Die Aktie hat in den vergangenen Wochen einen Laufer hingelegt — von rund 7 auf fast 10 Euro. Sinkende Ölpreise und die Erholung im Frachtgeschäft trieben den Kurs.
Jetzt wird es enger. Der RSI (14 Tage) liegt bei 72,9 – technisch überkauft. Der aktuelle Kurs ist 17 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,25 Euro. Das spricht für eine kurzfristige Konsolidierung.
Das 52-Wochen-Hoch von 9,84 Euro, erreicht am 25. Juni, ist noch nah. Der Abstand beträgt nur 1,77 Prozent.
Die Marke von 10 Euro ist in Reichweite. Ob sie fällt, hängt auch davon ab, ob der Frachtausbau an der Börse jetzt in den Kursen eingepreist ist. Das neue Lager ist erst der Anfang – obendrein wächst die Kapazität im Passagiergeschäft nach Indien kräftig. Für den Sommer 2026 stockt Lufthansa die Frequenzen nach Chennai, Delhi, Hyderabad und Bangalore auf.
Einen Wermutstropfen gab es am Wochenende: Ein Flug von Frankfurt nach Newark musste wegen Geruchs an Bord abgebrochen werden. Die Boeing 747-800 kehrte sicher zurück. Technisch kein Alarmzeichen, aber ein Hinweis, wie schnell operative Störungen die Effizienz belasten können.
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