Während die großen Tech-Milliardäre Jeff Bezos und Elon Musk sich ein erbittertes Rennen um die Vorherrschaft beim Satelliten-Internet liefern, rückt ein etablierter Player aus der Luftfahrt in den Fokus: Lufthansa. Die deutsche Airline gehört zu jenen Fluggesellschaften, die derzeit Teile ihrer Flotte für Musks Starlink-System aufrüsten – ein bemerkenswerter Schritt in einer Branche, die jede Investition auf ihre Wirtschaftlichkeit abklopft.
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Während Ryanair-Chef Michael O’Leary kategorisch ablehnt, seine Flugzeuge mit Starlink auszustatten, geht Lufthansa den entgegengesetzten Weg. O’Learys Argument: Die Spritkosten würden steigen, und seine Kundschaft sei nicht bereit, für Internet im Flugzeug einen Aufpreis zu zahlen. Lufthansa kalkuliert offenbar anders – ein Signal, dass das Unternehmen auf eine zahlungskräftigere Klientel setzt, die Konnektivität über den Wolken schätzt.
Weltraum-Wettkampf erreicht die Kabine
Ende 2027 sollen die ersten Satelliten von Bezos‘ neuem TeraWave-Netz ins All starten. Mit versprochenen Geschwindigkeiten von bis zu 144 Gigabit pro Sekunde bei den Satelliten in niedriger Umlaufbahn – und sogar 6 Terabit bei jenen in mittlerer Höhe – würde das System Starlink theoretisch weit übertreffen. Amazons bereits im Aufbau befindliches Leo-System soll mit über 3.200 Satelliten Geschwindigkeiten zwischen 100 Megabit und einem Gigabit liefern.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?
Für Airlines wie Lufthansa bedeutet diese Entwicklung zunächst eines: wachsende Auswahlmöglichkeiten bei Technologie-Partnern. Doch die Entscheidung für Starlink fiel bereits, bevor Bezos‘ TeraWave überhaupt vom Boden abhebt.
Fluggastrechte im Umbruch
Zeitgleich steht die Airline vor einer anderen Herausforderung. Das Europäische Parlament hat sich für eine deutliche Stärkung der Verbraucherrechte ausgesprochen – ein Vorhaben, das die Kostenseite der Branche spürbar belasten könnte. Die Abgeordneten wollen an der Drei-Stunden-Grenze für Entschädigungen bei Verspätungen festhalten und die Beträge teilweise erhöhen: 300 Euro statt bisher 250 Euro bei Kurzstrecken, während bei längeren Distanzen die bisherigen Sätze von 400 und 600 Euro gelten sollen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft warnt bereits: Die Kosten würden sich in höheren Ticketpreisen niederschlagen. Innerhalb von drei Stunden ließen sich technische Probleme oder Crew-Wechsel praktisch nicht lösen, so dass die Regelung faktisch einen Anreiz setze, Flüge zu streichen statt verspätet durchzuführen. Der Verband plädiert für eine Anhebung auf fünf Stunden.
Zudem sollen Passagiere künftig ohne Aufpreis ein Handgepäckstück bis sieben Kilogramm und maximal 100 Zentimeter Gesamtmaß mitnehmen dürfen – plus einen persönlichen Gegenstand wie Laptop oder Handtasche. Auch hier rechnet die Branche mit operativen Herausforderungen: Gerade Kurz- und Mittelstreckenmaschinen seien nicht für zwei Handgepäckstücke pro Gast ausgelegt. Die Folge könnten Verzögerungen durch spontane Verladung am Gate sein.
Ob die neuen Regelungen tatsächlich kommen, bleibt offen. Die EU-Verkehrsminister wollen Entschädigungen erst ab vier Stunden Verspätung zahlen – bei niedrigeren Beträgen. Ein Kompromiss zwischen Parlament und Mitgliedsstaaten steht noch aus. Seit 2004 gilt das aktuelle Regelwerk, eine Einigung auf die Modernisierung scheiterte bisher.
Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 22. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


