Die globale Luxusbranche zeigt ein gespaltenes Bild. Während der Nahe Osten einbricht und hohe Zinsen den Konsum bremsen, gibt es einen Lichtblick: Chinas Luxuskunden kehren zurück. Für LVMH, den weltgrößten Luxuskonzern, wird das zum entscheidenden Faktor.

Im ersten Quartal 2026 setzte LVMH 19,1 Milliarden Euro um – ein organisches Plus von einem Prozent. Doch der gemeldete Umsatz fiel um sechs Prozent. Grund: ein negativer Währungseffekt von sieben Prozent. Die Aktie notiert bei 472,35 Euro und liegt damit knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 652,80 Euro ist sie allerdings noch 27 Prozent entfernt.

Stabilität in Asien

Die Asienregion ohne Japan zeigte solides Wachstum. Das bestätigt einen Trend, der sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 abzeichnete: Chinas Luxusmarkt stabilisiert sich. Parallel dazu musste LVMH im März zweistellige Rückgänge im Nahen Osten verkraften – sie kosteten rund einen Prozentpunkt organisches Wachstum.

Interessant: Nicht alle Luxuskonzerne profitieren gleichermaßen. LVMH, Hermès und Prada meldeten stabile oder steigende China-Umsätze. Kering hingegen verzeichnete Rückgänge. Die Schere zwischen starken und schwachen Marken öffnet sich.

Kontrolle und Fokus

Das Management reagiert mit einer klaren Strategie. LVMH strafft sein Portfolio aus 75 Marken und konzentriert sich auf margenstarke Segmente. Die Bereiche Wein und Spirituosen sowie Parfüm und Kosmetik stehen unter besonderer Beobachtung.

Die Familie Arnault stockte indes ihren Anteil auf 50,01 Prozent des Kapitals auf – ein symbolisch wichtiger Schritt. Die Stimmrechte steigen damit auf knapp 66 Prozent. Marktbeobachter werten dies als Vertrauenssignal in die langfristige Stabilität des Konzerns. Die Zahl der ausstehenden Aktien beträgt rund 500 Millionen Stück.