Marvell: 1 Milliarde Dollar Optics-Umsatz bis 2029

Marvell Technology setzt auf optische Verbindungslösungen für KI-Rechenzentren und erwartet starkes Umsatzwachstum. Analysten heben Kursziele an, der Aktienkurs bleibt volatil.

Marvell Technology Aktie
Kurz & knapp:
  • Optik-Sparte mit über 50 Prozent Wachstum
  • Analysten verdoppeln Kursziele für Marvell
  • CEO verkauft Aktien über Handelsplan
  • Nächster Quartalsbericht Ende Mai erwartet

Starke KI-Fantasie, hohe Erwartungen, erste Ermüdung im Kurs: Marvell Technology geht mit viel Rückenwind in die nächste Berichtssaison. Der Chipkonzern profitiert vom Boom bei Rechenzentren. Der Markt preist inzwischen aber schon sehr viel Wachstum ein.

Am Freitag schloss die Aktie bei 152,64 Euro und verlor 2,14 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotzdem ein Plus von 161,91 Prozent. Das zeigt die Lage recht gut: kurzfristig Druck, langfristig ein massiver Neubewertungsprozess.

Analysten heben die Messlatte

Der wichtigste Treiber bleibt die Erwartung, dass Marvell stärker in die KI-Infrastruktur hineinwächst. Besonders gefragt sind Bausteine, die Daten in Rechenzentren schneller bewegen. Genau dort will der Konzern mit optischen Verbindungslösungen punkten.

Mehrere Häuser haben ihre Kursziele deutlich angehoben:

  • TD Cowen: 180 Dollar nach zuvor 90 Dollar, Rating „Hold“
  • RBC Capital: 200 Dollar, Rating „Outperform“
  • BofA Securities: 200 Dollar, Rating „Buy“

Auffällig ist der Ton bei TD Cowen. Das Kursziel wurde verdoppelt, das Rating blieb aber neutral. Die Botschaft dahinter: Die Wachstumsstory überzeugt, der Kurs hat aber schon viel davon vorweggenommen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Marvell Technology?

TD Cowen rechnet nun mit weltweiten Ausgaben für Rechenzentrums-Halbleiter von 1,3 Billionen Dollar bis 2030. Zuvor lag die Schätzung bei 1,2 Billionen Dollar. Das ist kein kleiner Schritt, sondern ein Hinweis auf weiter steigende Investitionen in KI-Kapazitäten.

Optik wird zum Wachstumsmotor

Im Zentrum steht Marvells Optics-Sparte. Das Management stellt für diesen Bereich ein Wachstum von mehr als 50 Prozent über die nächsten zwei Jahre in Aussicht. Die Produkte verbinden Server, Speicher und Beschleuniger mit hoher Geschwindigkeit.

Damit verschiebt sich der Fokus. Marvell bleibt im Geschäft mit kundenspezifischen Chips aktiv, baut aber parallel dazu die Rolle als Anbieter für Datenübertragung aus. Für KI-Rechenzentren ist genau dieser Engpass entscheidend.

Dazu passen die jüngsten Akquisitionen. Marvell hat den Schweizer Photonik-Spezialisten Polariton Technologies und Celestial AI übernommen. Beide sollen ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028 stärker zum Ergebnis beitragen.

Das Ziel ist klar umrissen: Anfang 2029 will Marvell mit diesen neuen Technologien rund 1 Milliarde Dollar Umsatz erzielen. Das macht die Optik-Story greifbarer. Sie bleibt aber zugleich an eine saubere Integration gebunden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Marvell Technology?

Kurslauf erhöht den Druck

Die Aktie hat sich weit von ihren gleitenden Durchschnitten entfernt. Seit Jahresanfang liegt das Plus bei 100,10 Prozent, in den vergangenen 30 Tagen kamen 36,58 Prozent hinzu. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 92,01 Prozent.

Kein Wunder, dass Gewinnmitnahmen schneller einsetzen. Am Freitag belastete auch das schwächere Tech-Umfeld. Der Nasdaq-100 verlor 1,54 Prozent, während AMD und Nvidia ebenfalls deutlich nachgaben.

Hinzu kam eine Insidertransaktion. CEO Matthew Murphy verkaufte am 13. Mai 7.500 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 177,26 Dollar. Der Verkauf lief über einen 10b5-1-Handelsplan, Murphy hält weiter mehr als 739.000 Aktien.

Operativ bleibt das Bild stark. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte Marvell den Umsatz um 22 Prozent auf 2,22 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr erreichte der Konzern 8,2 Milliarden Dollar Umsatz.

Ende Mai folgt der nächste Quartalsbericht. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Dollar sowie ein Gewinn je Aktie von rund 0,80 Dollar. Besonders relevant werden Aussagen zur Nvidia-Partnerschaft und zu möglichen kundenspezifischen KI-Chips für große Cloudanbieter.

Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Marvell Technology

Marvell Technology Jahresrendite