Marvell: 225 Milliarden Dollar Trainium-Verpflichtungen

Analysten heben Kursziele für Marvell an, getrieben durch Amazons KI-Chip-Geschäft. Die Aktie notiert nahe dem Jahreshoch.

Marvell Technology Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
  • Wells Fargo erhöht Kursziel deutlich
  • Amazon als wichtiger KI-Partner
  • Bewertung basiert auf hohen Erwartungen

Marvell Technology bekommt an der Börse Rückenwind von einer klaren These: Der Konzern spielt bei kundenspezifischen KI-Chips für die Cloud eine immer wichtigere Rolle. Besonders die enge Verbindung zu Amazons AWS-Sparte treibt die Erwartungen. Das zeigt sich auch im Kurs. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 160,50 Euro und damit nahe dem 52-Wochen-Hoch.

Wall Street dreht an den Kurszielen

Wells Fargo hob das Kursziel für Marvell kräftig auf 195 Dollar an, nach zuvor 135 Dollar. Die Einstufung bleibt bei „Overweight“. Im Zentrum der Begründung steht der erwartete Hochlauf von AWS Trainium, Amazons eigenem KI-Trainingschip.

Auch Oppenheimer wurde optimistischer und setzte das Ziel auf 200 Dollar, nach zuvor 170 Dollar. Die Banker gehen davon aus, dass Marvell bei kundenspezifischen Siliziumlösungen unterschätzt wird. Der Hintergrund ist klar: Hyperscaler wollen ihre Hardware breiter aufstellen und sich weniger von Standard-GPUs abhängig machen.

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Amazon als zentraler Wachstumstreiber

Für die aktuelle Neubewertung zählt vor allem die Dimension von Amazons KI-Plänen. Berichten zufolge hat das Trainium-Geschäft bereits rund 225 Milliarden Dollar an Umsatzverpflichtungen eingesammelt. Als Designpartner sitzt Marvell damit in einer strategisch günstigen Position.

Hinzu kommt ein zweites Standbein: Marvell liefert auch optische Verbindungen und Hochgeschwindigkeits-Netzwerktechnik. Diese Bausteine sind für große Rechenzentrumscluster wichtig, die KI-Modelle trainieren und betreiben. Genau dort sehen viele Analysten den nächsten Investitionszyklus.

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Hohe Erwartungen, nicht nur Rückenwind

Der Kursanstieg kommt nicht ohne Anspruch. Marvell wird inzwischen mit mehr als dem 30-Fachen des für 2027 erwarteten Gewinns bewertet. Das setzt eine Menge Vertrauen in das künftige Wachstum voraus.

Dazu kommt ein Margen-Thema. Das Geschäft mit kundenspezifischen Chips bringt zwar hohe Aufträge, liegt historisch aber unter der Profitabilität der klassischen Netzwerklösungen. Ob die geplanten Stückzahlen genug operative Hebelwirkung bringen, dürfte eine der zentralen Fragen der nächsten Quartalszahlen sein.

Am Markt richtet sich der Blick bereits auf die Zahlen Ende Mai. Erwartet werden ein Gewinn je Aktie von rund 0,79 Dollar und ein Umsatz von 2,40 Milliarden Dollar. Ebenfalls wichtig: die Entwicklung des Data-Center-Geschäfts, das inzwischen mehr als 70 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, sowie neue Hinweise auf den Ausblick für das Geschäftsjahr 2027.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.