Marvell geht mit Rückenwind in den Quartalsbericht, aber die Erwartungen sind schon hochgezogen worden. Mehrere große Häuser haben ihre Kursziele zuletzt deutlich angehoben. Das macht den Chipkonzern vor dem Termin am 27. Mai besonders interessant.
Analysten drehen am Kursziel
Bank of America hob das Kursziel auf 200 Dollar von zuvor 125 Dollar an und blieb bei „Buy“. RBC Capital zog das Ziel ebenfalls auf 200 Dollar hoch, B. Riley liegt sogar bei 205 Dollar. TD Cowen bestätigte die positive Sicht und erhöhte das Ziel auf 190 Dollar von 90 Dollar.
Der Markt bewertet die Aktie damit klar optimistisch. Konsensseitig liegt das Votum bei „Strong Buy“, gestützt von 22 Kaufempfehlungen und vier Halte-Einstufungen.
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KI wird zum Haupttreiber
Der Grund für den Stimmungswechsel liegt vor allem im KI-Geschäft. Marvell baut seine Position in der Infrastruktur für Rechenzentren weiter aus und profitiert von der engeren Partnerschaft mit Nvidia. Dabei geht es um eine Investition von 2 Milliarden Dollar, mit der Marvells XPU- und Netzwerktechnik in Nvidias NVLink Fusion Plattform eingebunden werden soll.
Hinzu kommt das enorme Marktpotenzial. Analysten verweisen auf einen adressierbaren Markt für KI-Rechenzentren von rund 1,7 Billionen Dollar bis 2027. Marvell selbst hängt inzwischen stark an diesem Trend. Rund 74 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Data-Center-Bereich.
Was der Bericht liefern muss
Am 27. Mai geht es um die Frage, ob die Prognosen den Kursanstieg rechtfertigen. Der Markt rechnet mit einem Gewinn je Aktie von etwa 0,79 Dollar, nach Erwartung ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz liegt die Messlatte bei rund 2,40 Milliarden Dollar.
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Die Aktie schloss zuletzt bei 152,64 Euro, nach einem Tagesminus von 2,14 Prozent. Trotz des Rücksetzers bleibt das Bild stark: Seit Jahresanfang liegt das Papier mehr als 100 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar bei 161,91 Prozent. Zugleich notiert der Kurs nur knapp unter dem jüngsten Hoch von 155,98 Euro.
Bewegung vor der Bilanz
Auch die jüngste Marktphase bleibt unruhig. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 54,94 Prozent, der RSI bei 63,7. Der Kurs handelt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt und auch spürbar über dem 50-Tage-Schnitt.
Vor dem Bericht ist die Lage damit klar: Marvell muss nicht nur solide Zahlen liefern, sondern vor allem zeigen, dass die KI-Story in Umsatz und Ergebnis ankommt. Genau daran hängt derzeit die hohe Bewertung.
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