Marvell legt beim OCP Global Summit in San Jose nach. Nach den Speicher-Expandern vom Vortag stellt der Chipentwickler heute neue Verbindungschips für KI-Server vor. Es geht um Signale, die innerhalb eines Racks möglichst verlustfrei von Beschleuniger zu Beschleuniger laufen müssen.

Zwei neue Chips für 224G-Signale

Der Alaska E 3.2T ist ein sogenannter Retimer. Er unterstützt Ethernet, UALink und ESUN und bündelt 16 Lanes mit je 224 Gigabit pro Sekunde. Das Unternehmen verspricht eine Kanalreichweite von mehr als 45 Dezibel, was eine flexiblere Anordnung von Rechen- und Switch-Komponenten erlauben soll.

Der zweite Baustein ist die zweite Generation des Alaska A 1.6T, ein Signalprozessor für aktive Kupferkabel. Er wechselt auf den 3-Nanometer-Prozess. Die Kupferstrecken zwischen Servern und Switches reichen damit über sechs Meter und damit doppelt so weit wie beim Vorgänger. Gegenüber 5-Nanometer-Designs spart der Chip nach Unternehmensangaben acht Watt.

Beide Produkte gehen bereits an Kunden in die Erprobung. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Mit Switches bei 102,4 Terabit wird Kupfer über längere Distanzen zur Herausforderung, und Hyperscaler suchen Alternativen zu teurer Optik.

Partner stärken die Story

Auffällig ist die Liste der Unterstützer. AMD verweist als Vorsitzender des UALink-Boards auf die Bedeutung des offenen Standards. Kabelhersteller wie Amphenol und Molex setzen auf die Marvell-Chips für ihre Backplanes und Kabel. Marktforscher von LightCounting erwarten, dass der Markt für KI-Scale-up-Netzwerke bis 2030 auf mehr als 50 Milliarden Dollar wächst.

Am Vortag hatte Marvell bereits die zweite Generation seiner Structera-X-Speichererweiterungen gezeigt. Die CXL-3.2-Controller bieten sechs Speicherkanäle, 50 Prozent mehr als zuvor, und eine integrierte Kompression. Das soll die effektive Kapazität verdoppeln bis verdreifachen und die Zeit bis zum ersten Token um 40 bis 50 Prozent verkürzen. Muster sind für das erste Quartal 2027 angekündigt. Zu den genannten Partnern zählen Meta, Alibaba, Samsung und SK hynix.

Marvell besetzt damit zwei Engpässe der KI-Infrastruktur zugleich: Datenwege und Arbeitsspeicher. Konkrete Umsatzbeiträge nennt das Unternehmen nicht. Der OCP Summit läuft noch bis 15. Oktober, Marvell zeigt die Produkte dort am Stand B31.