Marvell Technology kauft den Spezialisten Lumentum für rund 115 Milliarden Dollar in Aktien. Der Halbleiterkonzern will sich damit eine Schlüsseltechnik für künftige KI-Rechenzentren sichern: optische Verbindungen per Laser. Weil herkömmliche Kupferkabel bei riesigen Datenmengen an physikalische Grenzen stoßen, soll die Zusammenführung das Übertragungstempo in großen Serverparks beschleunigen.
Für jede Lumentum-Aktie erhalten Anteilseigner 4,5 Marvell-Papiere. Auf Basis der Kurse von Ende Oktober entspricht das einer Prämie von rund 23,9 Prozent. Nach dem Zusammenschluss halten die bisherigen Marvell-Aktionäre etwa zwei Drittel der Anteile, während Lumentum-Eigner das restliche Drittel übernehmen.
Optik verdrängt das Kupferkabel
Der Zukauf verändert die Gewichte im Halbleitersektor. In modernen Serverparks wächst der Druck auf die Infrastruktur mit jedem neuen KI-Modell. Optoelektronische Komponenten wie Transceiver und Hochleistungslaser übertragen gigantische Datenmengen mit extrem hohem Tempo und weniger Energieverlust. Das Geschäft verbindet Marvells Steuerungschips mit Lumentums Laseroptik.
Der vergrößerte Konzern zielt auf einen Markt mit einem adressierbaren Volumen von rund 550 Milliarden Dollar. Aus den operativen Abläufen will das Management jährliche Kosteneinsparungen von mehr als einer Milliarde Dollar heben. Die Einsparungen sollen den bereinigten Gewinn je Aktie bereits im ersten Jahr nach der Übernahme stärken.
Michael Hurlston, bisheriger Chef von Lumentum, wird gemeinsam mit zwei weiteren Direktoren in das Kontrollgremium von Marvell wechseln. Für das dritte Quartal rechnet Marvell derweil mit Erlösen im Rahmen der bisherigen Zielmarke von 3,15 Milliarden Dollar.
Der Abschluss des Vorhabens ist für die erste Jahreshälfte 2028 vorgesehen. Vor dem Vollzug müssen die Aktionäre beider Seiten dem milliardenschweren Aktientausch noch formell zustimmen.
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