Mercedes-Benz startet einen Rückruf für die Modellreihe des GLE. Grund ist ein möglicher Kraftstoffaustritt, betroffen sind weltweit 23.606 Fahrzeuge. Die Aktion reiht sich in eine Phase ein, in der der Autokonzern gleichzeitig mit einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm um das Vertrauen der Anleger wirbt.
Rückruf trifft SUV-Baureihe
Der Rückruf betrifft die GLE-Baureihe und richtet sich gegen ein technisches Problem, das im Extremfall zu einem Austritt von Kraftstoff führen kann. Mit gut 23.600 Fahrzeugen weltweit bleibt die Aktion überschaubar gemessen an den Produktionsvolumina des Konzerns, dürfte aber zusätzliche Werkstattkosten verursachen. Für Anleger ist die Nachricht vor allem ein Signal dafür, wie stark Qualitätsthemen derzeit im Fokus der Berichterstattung über die Marke stehen.
Rückkaufprogramm läuft parallel
Nahezu zeitgleich hat Mercedes-Benz ein neues Aktienrückkaufprogramm angeschoben. Zwischen 1. September 2026 und 6. April 2027 will der Konzern bis zu 58 Millionen eigene Aktien über die Börse oder ein multilaterales Handelssystem erwerben, das Volumen liegt bei bis zu 1 Milliarde Euro. Es ist bereits die zweite Runde in diesem Jahr: Im Rahmen des vorherigen Programms im Juni hatte Mercedes-Benz 38 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 53 Euro zurückgekauft – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 47,49 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Anstieg von 1,7 Prozent zu Buche, was den Titel spürbar über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 45,72 Euro hält. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie jedoch mit 21 Prozent im Minus, ein Abstand, der die Schwierigkeiten des Konzerns im laufenden Jahr widerspiegelt.
Belastungsfaktor China
Hintergrund der schwachen Kursentwicklung ist vor allem das China-Geschäft. Im zweiten Quartal war der Konzernumsatz auf 32,06 Milliarden Euro gesunken, während das EBIT sich zwar auf 1,55 Milliarden Euro verbesserte, aber durch eine außerordentliche Wertminderung im chinesischen Pkw-Geschäft belastet blieb.
Die Auslieferungen in China brachen im selben Zeitraum um 30 Prozent ein. Angesichts der anhaltenden Schwäche hatte Mercedes-Benz die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bereits leicht nach unten korrigiert und stellt nun einen leicht unter Vorjahresniveau liegenden Umsatz in Aussicht.
Im ersten Quartal hatte sich die Cars-Sparte mit einem adjusted EBIT von 933 Millionen Euro und einer adjusted Umsatzrendite von 4,1 Prozent noch im Zielkorridor von 3 bis 5 Prozent bewegt, auch wenn die Auslieferungen konzernweit um 6 Prozent zurückgingen. Positiv stach dabei das Europageschäft mit Elektrofahrzeugen hervor: Die BEV-Verkäufe legten dort um 34 Prozent zu, getrieben von der Nachfrage nach dem elektrischen CLA, GLC und GLB.
Blick nach vorn
Für die Antriebstechnik der kommenden E-Auto-Generation hat sich Mercedes-Benz zudem langfristig mit Bosch abgesichert. Der Zulieferer erhielt im Frühjahr einen milliardenschweren Auftrag zur Lieferung von Elektromotoren, die Vereinbarung reicht bis weit in die 2030er-Jahre.
Wie sich das China-Geschäft weiterentwickelt, dürfte sich am 28. Oktober zeigen, wenn Mercedes-Benz seinen Zwischenbericht zum dritten Quartal vorlegt und in der begleitenden Analystenkonferenz Rede und Antwort steht.
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