Mercedes-Benz setzt beim Personalabbau auch in Teilen der Produktion auf freiwillige Abgänge. Wie das Handelsblatt heute berichtet, laufen entsprechende Programme in den Komponentenwerken Stuttgart-Untertürkheim und Berlin. Für Beschäftigte im Alter von 50 Jahren sind Abfindungen von bis zu 330.000 Euro möglich. Für Anleger rückt damit die Anpassung der Produktionsbelegschaft stärker in den Mittelpunkt.
Freiwilligenprogramme reichen bis in die Werke
Die Angebote beschränken sich nicht auf Verwaltung und Entwicklung. Auch Beschäftigte der beiden Komponentenstandorte können das Unternehmen gegen eine Abfindung verlassen. Dabei handelt es sich nicht um eine erstmals gestartete Maßnahme: Mercedes nutzt solche Programme dort bereits seit mehreren Jahren.
In Untertürkheim gibt es die jährlichen Angebote laut Handelsblatt seit 2019, in Berlin seit 2022. Weitere Runden sind jeweils im Herbst bis Ende 2029 geplant.
Der lange Zeithorizont ist für die Einordnung wichtig. Die Programme zielen auf eine schrittweise Veränderung der Belegschaft und beruhen auf freiwilligen Entscheidungen der Beschäftigten. Aus der Höhe möglicher Abfindungen allein lässt sich deshalb weder die Zahl künftiger Abgänge noch eine konkrete Ergebnisentlastung ableiten.
Parallel dazu sollen ab Dezember 2026 erneut Angebote an rund 38.000 Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung gehen. Mehr als 5.500 Beschäftigte im indirekten Bereich haben das Programm bereits genutzt.
Damit verfolgt Mercedes den Personalumbau in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Für die wirtschaftliche Wirkung zählt nicht allein die angebotene Abfindung. Entscheidend ist auch, wie viele Beschäftigte die freiwilligen Programme tatsächlich annehmen. Die bereits erfolgten Abgänge zeigen, dass diese Form des Personalabbaus genutzt wird.
Antriebswandel setzt den Rahmen
Wie weit der Umbau an einzelnen Standorten bereits reicht, verdeutlicht Untertürkheim. Dort beschäftigte Mercedes 2025 noch 12.500 Menschen. Das waren laut Handelsblatt 22 Prozent weniger als im Vergleichsjahr.
Die Anpassung fällt in eine Phase, in der Mercedes mit einem veränderten Absatzmix rechnet. Der Übergang zu elektrifizierten Fahrzeugen bildet damit einen wichtigen Rahmen für die längerfristige Personalplanung. Freiwilligenprogramme und altersbedingte Abgänge sind dabei unterschiedliche Wege zur Verringerung der Belegschaft.
Für 2028/29 erwartet Mercedes einen gemeinsamen Absatzanteil von 40 Prozent für Elektroautos und Hybride. In den kommenden zehn Jahren sollen zudem 20 Prozent der Belegschaft altersbedingt ausscheiden.
Die Anlegerfrage lautet deshalb nicht nur, wie hoch einzelne Abfindungen ausfallen. Wichtiger ist, wie Mercedes den Personalumbau mit der erwarteten Veränderung des Fahrzeuggeschäfts abstimmt. Die bis Ende des Jahrzehnts geplanten Angebotsrunden machen deutlich: Die Anpassung bleibt eine längerfristige Aufgabe.
Stand heute, 27. Oktober: Mercedes-Benz – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Mercedes-Benz investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

