Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat sein Engagement beim Stuttgarter Automobilkonzern ausgebaut. Laut einer Pflichtmitteilung von gestern stieg der Gesamtanteil der Stimmrechte auf 6,04 Prozent.
Der maßgebliche Schwellenübertritt fand am Dienstag statt. Damit festigt der US-Finanzkonzern seine Rolle als einer der gewichtigsten institutionellen Aktionäre des Autobauers. Das Signal fällt in eine Phase tiefgreifender Verhandlungen über die künftige Aufstellung des Konzerns.
Druck auf die deutschen Standorte
Im Zentrum der internen Debatten steht die künftige Kostenstruktur auf dem Heimatmarkt. Nach Medienberichten strebt das Management Einsparungen von rund 800 Millionen Euro bei den deutschen Arbeitskosten an. Ziel der Pläne sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Fertigung langfristig zu sichern.
Als mögliche Maßnahmen gelten unbezahlte Mehrarbeit sowie Kürzungen bei Sonderzahlungen. Auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld steht nach diesen Berichten zur Disposition. Das Unternehmen bestätigte die genannte Summe nicht. Der Vorstand verwies auf die laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.
Die Belegschaft reagiert mit deutlicher Besorgnis auf die Verhandlungen. Produktionsvorstand Michael Schiebe warnte vor Schließungen eines deutschen Aufbauwerks sowie eines Antriebswerks, falls die Kostensenkungen scheitern. Das erklärte Ziel der Unternehmensführung bleibe allerdings der Erhalt sämtlicher heimischer Standorte.
Schwache Kursbilanz im laufenden Jahr
Am Aktienmarkt spiegeln sich die operativen Herausforderungen deutlich wider. Am Freitag ging das Papier bei 41,59 Euro aus dem Handel. Das bedeutete ein kleines Tagesplus von 0,2 Prozent. Auf Jahressicht ergibt sich jedoch ein Kursverlust von 31 Prozent.
Die Zurückhaltung der Investoren resultiert aus der anhaltenden Branchenflaute und den ungelösten Tariffragen. Der Markt wartet auf konkrete Signale zur Einigung zwischen Vorstand und Betriebsrat. Erst verlässliche Rahmenbedingungen dürften der Aktie neue Impulse verleihen.
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