Der Gewerkschaftsverband IndustriALL hat die langjährige Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz aufgekündigt. Vorwurf: systematische Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte. Im Fokus steht das US-Werk Tuscaloosa. Für Anleger ist das mehr als ein Arbeitskonflikt – es trifft den Konzern zu einer Zeit, in der die Aktie bereits unter Druck steht.
Das Papier notiert bei 49,88 Euro. Das ist nah am 52-Wochen-Tief von 47,92 Euro. Seit Jahresbeginn verloren die Anteile rund 19 Prozent.
Vorwürfe aus Alabama
Der in Genf ansässige Verband begründet den Schritt mit dem Verhalten des Managements in Tuscaloosa. Im Frühjahr stimmte die Belegschaft dort über eine Vertretung durch die US-Gewerkschaft UAW ab. IndustriALL-Generalsekretär Atle Høie wirft Mercedes vor, „jede Regel gebrochen“ zu haben, die der Konzern zuvor selbst unterzeichnet hatte.
Konkret geht es um Einschüchterung und gezielte Informationskampagnen vor der Wahl. Mercedes-Benz weist die Vorwürfe zurück. Man habe sich an US-amerikanisches Recht gehalten.
ESG-Risiko für institutionelle Anleger
Die Aufkündigung des globalen Rahmenabkommens könnte das ESG-Rating des Autobauers belasten. Institutionelle Investoren achten zunehmend auf soziale Kriterien. Spannungen mit Arbeitnehmervertretern führen häufig zu einer Neubewertung.
Hinzu kommt die rechtliche Unsicherheit. Die US-Arbeitsbehörde NLRB prüft die Rechtmäßigkeit der UAW-Wahl. Eine Entscheidung steht in den kommenden Tagen an.
Analysten bleiben neutral
Die Bank RBC bewertet die Aktie mit „Neutral“. Positiv wertet sie das Potenzial aus der Daimler-Truck-Beteiligung. Dämpfend wirken die stagnierenden Margen im Elektrogeschäft.
Die Aktie liegt rund 10 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 55,58 Euro. Der RSI von 81 signalisiert eine überkaufte Situation. Kurzfristig bleibt das Bild fragil.
In den kommenden Tagen entscheidet die NLRB über die Wahl in Tuscaloosa. Eine Wiederholung wäre ein schwerer Rückschlag. Eine Klärung noch im Mai könnte den Druck zumindest vorübergehend mindern.
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