Mercedes-Benz stellt seine Fertigungsstrukturen neu auf und holt wichtige Produktionsschritte zurück in den eigenen Konzernverbund. Am heutigen Montag startete der Autobauer die Produktion des neuen Marco Polo im Werk Ludwigsfelde. Erstmals in der über 40-jährigen Geschichte der Modellreihe läuft der Ausbau vollständig innerhalb des internen Produktionsnetzwerks ab.

Während das Basisfahrzeug der V-Klasse weiterhin im spanischen Vitoria entsteht, erfolgt der Umbau zum Reisemobil nun in einer eigens dafür eingerichteten Halle am brandenburgischen Standort. Die Modelle Marco Polo und Marco Polo HORIZON sind bereits in Deutschland und weiteren europäischen Märkten bestellbar.

Fortlaufender Rückkauf stützt das Papier

Parallel zur Weiterentwicklung der Modellpalette greift das Management am Kapitalmarkt aktiv ein. Im Rahmen des laufenden Programms erwarb Mercedes-Benz zwischen dem 5. und dem 9. Oktober insgesamt 910.000 eigene Papiere über das Xetra-Handelssystem. Seit dem Start der Maßnahme Anfang September beläuft sich das kumulierte Volumen auf 4.761.805 Anteile.

Die Transaktionen begleiten ein anspruchsvolles Börsenumfeld für den Stuttgarter Konzern. Im heutigen Handel notiert der Titel bei 39,69 Euro nahezu unverändert mit einem Minus von 0,09 Prozent. Damit bewegt sich die Notierung mit einem Puffer von 2,0 Prozent nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 38,90 Euro.

Gespaltene Entwicklung auf den Kernmärkten

Die operative Lage des Konzerns ist von deutlichen regionalen Gegensätzen geprägt. Während die weltweiten Pkw-Verkäufe im dritten Quartal um acht Prozent auf 407.200 Einheiten nachgaben, legten die Auslieferungen vollelektrischer Pkw im gleichen Zeitraum um 61 Prozent auf 68.400 Fahrzeuge zu.

In Europa stieg der Gesamtabsatz um fünf Prozent, und die vollelektrischen Modelle verzeichneten ein Plus von 78 Prozent. Elektrische Varianten wie der GLC, der CLA, der GLB und der GLA sind für das laufende Jahr auf dem europäischen Markt bereits ausverkauft, was an Standorten wie Bremen und Rastatt für einen Dreischichtbetrieb sorgt.

Demgegenüber steht ein scharfer Rückschlag auf dem wichtigsten Einzelmarkt Asiens: In China brachen die Pkw-Verkäufe von Mercedes-Benz im dritten Quartal im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 86.800 Fahrzeuge ein. Das schwächelnde Geschäft in der Region belastet die Aussichten der europäischen Hersteller spürbar.

Analyst Philippe Houchois von Jefferies stuft die Aktie unverändert mit „Buy“ ein, verweist jedoch vor den anstehenden Branchendaten auf fragile Gesamtjahreserwartungen und mögliche zusätzliche Rückstellungen. Seine detaillierten Geschäftszahlen für das dritte Quartal wird der Konzern am 28. Oktober präsentieren.