Mercedes-Benz legt beim autonomen Fahren innerhalb weniger Tage gleich doppelt nach: mit einem Einstieg beim britischen KI-Startup Wayve und mit einer erweiterten Kooperation mit dem chinesischen Tech-Anbieter Momenta. Dahinter steckt mehr als nur PR – es geht um die Frage, wie schnell der Konzern softwaregetriebene Fahrfunktionen in die Fläche bringt, ohne die eigene Plattform-Strategie aus dem Blick zu verlieren.
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in einem eher zähen Bild: Der Schlusskurs von gestern (Donnerstag) lag bei 59,03 Euro, damit rund 4,7% unter dem 52‑Wochen-Hoch von 61,93 Euro. Auffällig ist zudem ein niedriger RSI von 36,3, was auf eine zuletzt schwächere Dynamik hindeutet.
Wayve: Einstieg in eine KI-Autonomie-Plattform
Am 25. Februar meldete Wayve eine Series‑D‑Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US‑Dollar. Die Post‑Money‑Bewertung liegt laut Wayve bei 8,6 Milliarden US‑Dollar. Mercedes-Benz zählt neben Nissan und Stellantis zu den Autobauern, die sich erstmals direkt beteiligen; als weitere Investoren wurden unter anderem Microsoft, NVIDIA und Uber sowie SoftBank Vision Fund 2 genannt.
Wayve entwickelt eine hardwareunabhängige Autonomie-Plattform auf Basis von End‑to‑End‑KI. Laut den Angaben des Startups sollen ab 2026 kommerzielle Robotaxi‑Tests mit Uber in London starten. Ab 2027 will Wayve die „AI Driver“-Software für Verbraucherfahrzeuge anbieten – zunächst als L2+ für überwachtes autonomes Fahren.
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Strategisch ist das für Mercedes-Benz ein spannender Spagat: Parallel arbeitet der Konzern am eigenen MB.OS‑Betriebssystem. Damit rückt automatisch die Abgrenzung in den Fokus – wo setzt Mercedes auf eigene Software, wo auf lizenzierte Bausteine?
Momenta: Assistenzsysteme für neun Modelle in China
Nur einen Tag später, am 26. Februar, wurde zudem bekannt: Ein gemeinsam mit Momenta entwickeltes Fahrassistenzsystem soll in neun Mercedes‑Modelle in China integriert werden, darunter der elektrische GLC SUV und die S‑Klasse Limousine. Das System wurde laut Bericht in Peking getestet – ein sichtbares Signal, wie stark Mercedes die F&E‑Aktivitäten in China für globale Innovation nutzen will.
Die Stoßrichtung passt zur „Strategy Update 2026“, die Mercedes bereits am 12. Februar im Umfeld der Jahreszahlen präsentiert hatte. China ist darin einer von fünf strategischen Schwerpunkten – inklusive vertiefter Lokalisierung sowie Technologie- und Produktoffensive.
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Zahlen, Kapitalrückfluss und nächster Termin
Der Technologie-Fokus kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Für 2025 meldete Mercedes-Benz rückläufige Kennzahlen: Das bereinigte EBIT sank auf 8,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 13,7 Milliarden), der Umsatz auf 132,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 145,6 Milliarden). Der Free Cashflow des Industriegeschäfts lag bei 5,4 Milliarden Euro nach 9,2 Milliarden im Vorjahr. Für 2026 stellt der Konzern Umsatz auf Vorjahresniveau, ein deutlich höheres Konzern‑EBIT (auch wegen Restrukturierungsbelastungen im Vorjahr) und einen leicht niedrigeren Free Cashflow in Aussicht; für Mercedes‑Benz Cars wird eine bereinigte Umsatzrendite von 3 bis 5% prognostiziert.
Gleichzeitig bleibt der Konzern aktionärsfreundlich: Das seit November 2025 laufende Aktienrückkaufprogramm (bis zu 2 Milliarden Euro) wird fortgesetzt. In der Woche vom 16. bis 20. Februar wurden 719.016 Aktien zurückgekauft; seit Start summiert sich das auf 10.743.005 Aktien. Für die Hauptversammlung am 16. April 2026 ist zudem eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie vorgeschlagen (nach 4,30 Euro im Vorjahr).
Unterm Strich setzt Mercedes-Benz beim autonomen Fahren auf eine Doppelspur: globale KI-Kompetenz über Wayve und eine China‑Umsetzung über Momenta – bei gleichzeitigem Fokus auf Rückkäufe und Dividende. Der nächste konkrete Prüfstein für die Gesamtstory sind die Q1‑Zahlen am 29. April 2026.
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