Mercedes-Benz wagt den Vorstoß in ein kaum erschlossenes Luxussegment: Ein Van mit Maybach-Badge, bis zu 200.000 Euro Preisschild und einer „Private Lounge“ im Fond. Das Timing hätte besser sein können.
Vorstoß in den Luxus-Van-Markt
Der Maybach VLS soll voraussichtlich 2027 in Serie gehen und basiert auf der neuen VAN.EA-Elektro-Plattform, die Mercedes-Benz Vans im März dieses Jahres mit der Weltpremiere des VLE in Stuttgart vorgestellt hat. Die technische Basis ist beeindruckend: Die 800-Volt-Architektur ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 320 kW — genug für 355 Kilometer Reichweite in 15 Minuten. Der VLS setzt noch einen drauf: ausfahrbarer 31,3-Zoll-Panoramascreen in 8K, Minibar, Massagesitze, Luftfederung. Zielgruppe sind VIP-Shuttle-Betreiber und Großkunden, besonders in China, wo luxuriöse Großraum-Limousinen wie der Lexus LM seit Jahren stark nachgefragt werden.
Luxus-EVs suchen Käufer
Genau dort liegt das Problem. Während Mercedes den Maybach-Van für 2027 plant, kämpft der Konzern bei seinen aktuellen Luxus-Elektromodellen mit schwacher Nachfrage. Im März 2026 musste Mercedes US-Händlern einen Anreiz von 25.000 Dollar auf den Maybach EQS einräumen, um Lagerbestände abzubauen. Beim elektrischen G 580 verdoppelte sich der Händlerrabatt binnen weniger Monate auf 10.000 Dollar — ein deutliches Signal, dass sich wohlhabende Käufer beim Elektroauto-Kauf zurückhalten. Der Markt tendiert offenbar stärker in Richtung Praktikabilität als Prestige.
Die Vansparte selbst steht unter strukturellem Druck. Nach einem Absatzrekord von 447.800 Einheiten 2023 sanken die Verkäufe bis 2025 auf 359.136 Einheiten. Vollelektrische Vans machten zuletzt rund acht Prozent des Absatzes aus. Mercedes rechnet für 2026 mit einem leichten Plus, nannte aber keinen konkreten Zeithorizont für eine Rückkehr zu früheren Niveaus.
Quartalszahlen als nächster Test
Die Mercedes-Benz-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 16 Prozent verloren und notiert deutlich unter ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Am 29. April legt der Konzern den Quartalsbericht für Q1 2026 vor — mit schwächeren Fahrzeuglieferungen und rückläufigen Luxuslimousinen-Verkäufen in Europa und den USA als Ausgangslage. Ob die Maybach-Van-Strategie mittelfristig aufgeht, hängt wesentlich davon ab, ob der chinesische Markt die Nachfrage liefert, die der Heimatmarkt bisher verweigert.
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