Mercedes-Benz dreht an der nächsten Kostenschraube. Im Rahmen des Sparprogramms soll die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland sinken, es geht um „einige Tausend“ Beschäftigte. Die Aktie reagiert kaum und notiert am Freitag zeitweise leicht im Minus bei rund 41,50 Euro.
Etwa 3.000 Zeitarbeiter in drei Werken
Nach Informationen aus Konzernkreisen arbeiten in den Werken Sindelfingen, Bremen und Rastatt etwa 3.000 Zeitarbeiter. Eine Konzernsprecherin wollte sich nicht zu konkreten Plänen äußern. Sie betonte aber, Zeitarbeitnehmer ergänzten die Stammbelegschaft und ersetzten sie nicht.
Leiharbeiter trifft es bei Kostendruck traditionell zuerst. Ihre Verträge sind befristet und werden in der Regel nicht verlängert, wenn Unternehmen sparen müssen. In guten Phasen übernehmen Firmen viele von ihnen dagegen fest.
Produktivitätsoffensive sorgt für Streit
Der Schritt passt zur zuletzt verschärften Linie des Stuttgarter Autobauers. Mit einer „Produktivitätsoffensive für Deutschland“ löste der Konzern eine öffentliche Debatte über Arbeitskosten aus. In einem Schreiben an die Belegschaft schlug der Vorstand unter anderem vor, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten. Betriebsrat und IG Metall wehren sich gegen die Einschnitte.
Das Management will in Deutschland jährlich 800 Millionen Euro einsparen. Parallel dazu legt Mercedes sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Es soll nach Unternehmensangaben voraussichtlich im Dezember starten.
Stammbelegschaft bleibt geschützt
Einen Abbau der Stammbelegschaft erwägt das Management aktuell nicht. Zudem gilt in Deutschland eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2034. Der Spielraum für Einsparungen liegt damit vor allem bei Zeitarbeit, Abfindungen und Arbeitszeit.
Der Start des neuen Abfindungsprogramms im Dezember ist der nächste konkrete Termin. Dann zeigt sich, wie viele Beschäftigte das Angebot annehmen und wie weit der Konflikt mit Betriebsrat und IG Metall die Umsetzung der Sparpläne bremst.
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