Die Produktion stockt, die Belegschaft geht auf die Straße. Bei Mercedes-Benz kocht die Wut über den neuen Sparkurs hoch. Am heutigen Freitag und am Samstag legen Mitarbeiter an mehreren Standorten die Arbeit nieder. Der Konflikt trifft den Autobauer in einer ohnehin schwierigen Marktphase.
Streik an sieben Standorten
Die IG Metall macht ernst. In Werken wie Sindelfingen, Bremen und Berlin laufen heute öffentliche Kundgebungen. Auslöser ist das verschärfte Sparprogramm des Konzerns. Das Management streicht das Homeoffice und verlangt unbezahlte Mehrarbeit. Außerdem verschiebt Mercedes-Benz die tarifliche Sonderzahlung auf das nächste Jahr. Die Arbeitnehmervertreter reagieren empört.
Betriebsrat warnt vor Eskalation
Die Arbeitnehmerseite lehnt den Kurs strikt ab. Ergun Lümali leitet den Gesamtbetriebsrat. Er kritisiert die Debatte auf dem Rücken der Belegschaft als völlig einfallslos. Die Zukunft des Autobauers entscheide sich nicht über längere Arbeitszeiten. Der Untertürkheimer Betriebsratschef Michael Häberle fordert eine faire Verteilung der Lasten. Die IG Metall schließt sich an. Sie kämpft für die 35-Stunden-Woche und warnt vor einem eskalierenden Konflikt.
Aktie tief im Minus
Die Unruhe in den Werken spiegelt sich am Aktienmarkt wider. Das Papier schloss am Donnerstag bei 45,11 Euro. Damit notiert der Titel nahe am 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro. Seit Januar verlor die Aktie 26,83 Prozent an Wert.
Der Trend zeigt klar nach unten. Der Kurs liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abstand beträgt 17,75 Prozent. Die Folge: Investoren reagieren nervös auf die anhaltenden Kursschwankungen.
Ausblick
Die Fronten zwischen Management und Belegschaft sind verhärtet. Die Gewerkschaft fordert feste Standortgarantien. Parallel dazu will der Vorstand die Kosten rigoros drücken. Die nächsten handfesten Daten liefert der Bericht zum zweiten Quartal. Dort muss das Management belegen, wie stark die schmerzhaften Einschnitte die Marge tatsächlich stützen.
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