Merck KGaA kauft sich für 11,3 Milliarden US-Dollar bei einem US-Spezialisten ein. Die Übernahme von Bio-Techne ist der bislang größte strategische Schachzug unter dem neuen Chef Kai Beckmann.
Der Konzern aus Darmstadt will mit dem Zukauf vor allem in der Zell- und Gentherapie sowie in der Präzisionsdiagnostik wachsen. Bio-Techne erzielte 2025 einen Umsatz von über 1,2 Milliarden US-Dollar. Das Portfolio umfasst Proteine, Antikörper und Geräte für die räumliche Biologie. Hervorzuheben ist die Beteiligung des Unternehmens an Wilson Wolf (G-Rex), einem Spezialisten für Immunzelltherapien.
Finanzierung und Synergieversprechen
Merck bietet 73 US-Dollar je Bio-Techne-Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von rund 24 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor der Ankündigung. Die Finanzierung läuft über vorhandene Barmittel von rund 2,74 Milliarden Euro und neue Kredite.
Der Abschluss soll zum Jahreswechsel 2026/2027 oder im ersten Halbjahr 2027 erfolgen. Das Management rechnet mit jährlichen Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren. Analysten halten den Deal für strategisch sinnvoll. Die Portfolios ergänzen sich, ohne größere regulatorische Überschneidungen zu provozieren.
Die UBS bleibt bei „Buy“ mit einem Kursziel von 150 Euro. Die Analysten verweisen darauf, dass Merck bei früheren großen Akquisitionen wie Sigma-Aldrich die Synergieprognosen übertroffen habe. Auch die Bank of America bestätigte ihre Kaufempfehlung bei 145 Euro.
Kurs reagiert verhalten
An der Börse sorgte die Nachricht zunächst für Kursgewinne. Zum Wochenschluss setzten dann Gewinnmitnahmen ein. Die Merck-Aktie schloss am Freitag bei 144,80 Euro – ein Minus von 1,83 Prozent.
Erst am Donnerstag hatte das Papier mit 147,70 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 18,64 Prozent. Der RSI liegt bei 69,5, nahe der überkauften Zone. Das erklärt die leichten Abgaben nach der Rallye der Vortage. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 119,92 Euro beträgt über 20 Prozent – ein Zeichen für den intakten Aufwärtstrend.
Jetzt zeigt sich, ob die 145-Euro-Marke als Stabilisierungszone hält. Gelingt das, wäre der Weg zurück in Richtung des Rekordhochs frei.
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