Merck trennt sich von seinem US-Geschäft mit der Auftragsentwicklung und -herstellung von Wirkstoffen. Käufer ist der Schweizer Konkurrent Lonza. Der Darmstädter Konzern setzt damit seinen Portfolioumbau fort.
Fünf Standorte, 1.100 Beschäftigte
Lonza übernimmt fünf Standorte in den USA mit rund 1.100 Beschäftigten. Sie liegen in St. Louis, Madison, Verona, Carlsbad und Indianapolis. Die Schwerpunkte reichen von Biokonjugaten über hochpotente Wirkstoff-Linker bis zu Viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien.
Der Kaufpreis liegt im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich in Schweizer Franken. Lonza zahlt in bar und finanziert aus vorhandenen Mitteln und bestehenden Kreditlinien. Der Abschluss der Transaktion ist für Mitte 2027 geplant und steht unter üblichen Vollzugsbedingungen. Bis dahin laufen die Geschäfte eigenständig weiter.
Für Lonza ist der Zukauf ein Ausbauschritt: Das Unternehmen erhöht die Zahl seiner US-Standorte von vier auf neun. Für 2028 erwartet der Käufer aus den Standorten rund 250 Millionen Franken Umsatz, bei einer Marge unter dem Konzernniveau.
Fokus auf Life Science
Merck-Chef Kai Beckmann, seit Mai im Amt, spricht von einem weiteren wichtigen Schritt der mittel- bis langfristigen Strategie. Ein stärker gebündeltes Life-Science-Portfolio erlaube es, Investitionen auf den Ausbau der wissenschaftlichen Führungsrolle zu konzentrieren.
Dazu passt die Übernahme von Bio-Techne, die Merck im Juni für mehr als 11 Milliarden US-Dollar vereinbart hat. Der US-Anbieter von Analysetechnologien soll die Laborsparte stärken. Die Aktionäre von Bio-Techne stimmten dem Deal im September zu, offen sind noch behördliche Genehmigungen. Der Vollzug wird zum Jahreswechsel 2026/2027 erwartet.
Das Bild ist damit klar: Merck verkauft Fertigungskapazität und kauft Analytik-Know-how zu. Marktbeobachter dürften beide Schritte als Teil einer Konzentration auf das Kerngeschäft der Laborsparte lesen. Der Verkauf kommt zeitlich vor dem Bio-Techne-Vollzug, der Abschluss mit Lonza folgt erst Mitte 2027.
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