Meta treibt die Automatisierung seiner Plattformen massiv voran. Ein Fehler im neuen KI-Supportsystem zeigt nun die Schattenseiten. Hacker nutzten eine Schwachstelle, um zehntausende Instagram-Konten zu kapern.

Fatale Lücke im System

Eine offizielle Meldung im US-Bundesstaat Maine liefert konkrete Zahlen. Demnach sind exakt 20.225 Personen von dem Datenabfluss betroffen. Interne Dokumente deuten laut Medienberichten sogar auf rund 34.000 attackierte Konten hin. Das Problem lag in Metas „High Touch Support“. Dieses Werkzeug sollte Nutzern helfen, gesperrte Profile zurückzugewinnen. Das System prüfte jedoch nicht, ob die angegebene E-Mail-Adresse zum Instagram-Konto passte. Angreifer konnten so fremde Passwörter zurücksetzen.

Prominente Opfer

Die Angreifer zielten nicht nur auf Privatpersonen. Unter den betroffenen Profilen befanden sich ein inaktives Konto des Weißen Hauses und ein Offizier der Space Force. Auch die Sicherheitsfirma SimpliSafe geriet ins Visier. Meta reagierte prompt. Der Konzern schaltete das fehlerhafte Werkzeug ab und machte die generierten Links unbrauchbar. Das Unternehmen setzte zudem die betroffenen Passwörter zurück. Ob die Hacker persönliche Daten wie Direktnachrichten ausgelesen haben, bleibt unklar.

Automatisierung als Risiko

Der Vorfall trifft Meta an einem empfindlichen Punkt. Erst im März startete der Konzern seinen KI-Assistenten für Facebook und Instagram. Die Software soll Kontoprobleme rund um die Uhr lösen. Die aktuelle Panne zeigt das Risiko dieser Strategie. Automatisierung senkt zwar die Kosten im Kundenservice. Die Kehrseite: Sie erfordert fehlerfreie Identitätsprüfungen. TechCrunch berichtete bereits Anfang Juni über Hacker. Diese brüsteten sich damit, den KI-Chatbot gezielt ausgetrickst zu haben.

Aktie bleibt unter Druck

An der Börse reagieren Investoren bisher gelassen. Die Meta-Aktie notiert aktuell bei 496,50 Euro und verbucht ein minimales Tagesplus. Das übergeordnete Bild bleibt allerdings trüb. Auf Wochensicht verliert das Papier über acht Prozent.

Technisch ist der Aufwärtstrend gebrochen. Der Kurs notiert deutlich unter der 50-Tage-Linie von rund 533 Euro. Auch der wichtige 200-Tage-Durchschnitt bei knapp 562 Euro ist weit entfernt.

Für das Management rückt nun die interne Kontrolle in den Fokus. Meta muss beweisen, dass KI-gestützte Werkzeuge ohne Sicherheitsverluste skalieren können. Das digitale Werbemodell des Konzerns hängt direkt vom Vertrauen der Nutzer ab. Cybersicherheit ist daher kein reines Technikproblem mehr. Sie wird zum harten Bewertungskriterium für die weitere KI-Strategie des Unternehmens.