Metas eigene Künstliche Intelligenz wurde zum Einfallstor für Kontodiebstahl. Hacker nutzten den KI-gestützten Support-Chatbot auf Instagram aus, um sich Zugang zu fremden Profilen zu verschaffen — darunter Konten großer Marken, Regierungsbehörden und prominenter Persönlichkeiten.
Wie der Angriff funktionierte
Die Methode war überraschend simpel. Angreifer wandten sich an den im März 2026 eingeführten KI-Support-Chatbot und baten ihn, die mit einem Zielkonto verknüpfte E-Mail-Adresse gegen eine eigene auszutauschen. Der Chatbot sandte daraufhin einen Bestätigungscode an die Angreifer-E-Mail — womit diese eine Passwort-Zurücksetzung auslösen und die Kontrolle über das fremde Profil übernehmen konnten. Zusätzlich setzten die Hacker VPNs ein, um ihren Standort dem jeweiligen Zielland anzupassen und die Überprüfungsmechanismen zu umgehen.
Der Vorfall zeigt ein grundlegendes Dilemma: Je zugänglicher und hilfsbereiter KI-Systeme gestaltet werden, desto angreifbarer werden sie für Social-Engineering-Attacken. Meta hatte den KI-Support ursprünglich als Rund-um-die-Uhr-Lösung für Account-Probleme positioniert — genau diese Offenheit wurde ausgenutzt.
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Meta reagiert, WhatsApp baut vor
Ein Meta-Sprecher bestätigte, dass die Lücke inzwischen geschlossen sei: „Dieses Problem wurde behoben und wir sichern die betroffenen Konten.“ In Hacker-Foren war der Exploit zuletzt nicht mehr funktionsfähig.
Parallel dazu arbeitet WhatsApp an einer Funktion namens „Scam Alert“, die Nutzer warnen soll, wenn eingehende Nachrichten von unbekannten Kontakten auf einen möglichen Betrugsversuch hindeuten. Die Funktion soll vollständig auf dem Gerät ausgeführt werden — ein Ansatz, der Datenschutzbedenken reduzieren soll.
Für Meta als Plattformkonzern ist der Vorfall unangenehm. Der KI-Support war als Entlastung des manuellen Kundendienstes gedacht — nun offenbart er, wie schnell schlecht kalibrierte Automatisierung zur Schwachstelle werden kann. Wie viele Konten tatsächlich kompromittiert wurden, hat das Unternehmen bislang nicht kommuniziert.
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