Meta baut sein Hardwaregeschäft aus — und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg. Ab sofort entstehen mehr als 50 sogenannte „Meta Labs“ in Best-Buy-Filialen in den USA und Kanada. Das Ziel: Kunden sollen KI- und VR-Produkte anfassen, ausprobieren und kaufen.

Erlebnis statt Regal

Jeder der rund 84 Quadratmeter großen Showrooms bietet interaktive Demos, smarte Spiegel und persönliche Beratung durch ein eigenes Meta-Verkaufsteam. Im Mittelpunkt stehen die Ray-Ban- und Oakley-Smartbrillen — darunter die neueren Ray-Ban-Display-Brillen mit Neural-Band-Controller am Handgelenk — sowie die VR-Headsets Quest 3 und Quest 3S.

Das Timing ist kein Zufall. Metas Smartbrillen verkaufen sich gut: Die Absatzzahlen haben sich 2025 verdreifacht. Mit den stationären Erlebnisflächen will der Konzern diesen Schwung nutzen und neue Käufergruppen ansprechen, die ein Produkt lieber ausprobieren als online bestellen.

Reality Labs braucht Umsatz

Hinter der Expansion steckt eine strategische Notwendigkeit. Reality Labs — Metas Sparte für immersive Technologien — verbrennt seit Jahren Milliarden. Der Konzern braucht echte Konsumentenumsätze, um die Abhängigkeit vom Werbegeschäft zu verringern.

Der Schritt in den stationären Handel ist dabei keine Kehrtwende, sondern eine Ergänzung. Meta nutzt Best Buys Reichweite, statt eigene Stores zu bauen. Das spart Kapital und bringt die Produkte dorthin, wo Technik-Käufer ohnehin einkaufen.

Aktie unter Druck

An der Börse kommt die Ankündigung in einem schwierigen Umfeld. Die Meta-Aktie notiert bei rund 491 Euro — rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro vom Juli 2025. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp zwölf Prozent verloren. Der RSI liegt bei 35,8 und signalisiert damit eine überverkaufte Zone.

Ob die Best-Buy-Partnerschaft den Kurs bewegt, hängt letztlich davon ab, wie schnell Reality Labs messbare Umsatzfortschritte liefert. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Smartbrillen-Dynamik anhält.