Während die meisten Tech-Giganten derzeit schwächeln, gibt es bei Meta spannende Entwicklungen. Die Facebook- und Instagram-Mutter könnte schon bald zum Großkunden von Alphabet werden – und das in einer Dimension, die aufhorchen lässt.

Laut einem Bericht von „The Information“ laufen Gespräche über einen milliardenschweren KI-Chip-Deal. Meta erwägt demnach, ab 2027 die sogenannten Tensor-Prozessoren (TPU) von Alphabet in seinen Rechenzentren zu verbauen. Diese Chips sind speziell für maschinelles Lernen und KI-Anwendungen ausgelegt – genau dort, wo Meta massiv investiert.

Abkehr von Nvidia?

Was bedeutet das konkret? Meta würde sich damit breiter aufstellen und die Abhängigkeit von Nvidia verringern. Der KI-Chipvorreiter kommt mit der Produktion seiner gefragten Beschleuniger kaum noch hinterher. Alphabets TPU könnten sich als echte Alternative etablieren.

Die Reaktion des Marktes lässt nicht lange auf sich warten. Während die Meta-Aktie am Dienstag um 3,8 Prozent zulegte, brachen die Nvidia-Papiere als Schlusslicht im Dow Jones um fast drei Prozent ein. Ein klares Signal: Anleger rechnen mit verschärftem Wettbewerb im lukrativen KI-Chip-Geschäft.

Regulatorischer Gegenwind

Doch nicht alles läuft glatt für Meta. In Italien hat die Wettbewerbsbehörde ihre Untersuchung gegen den Konzern ausgeweitet. Im Fokus: die neuen WhatsApp Business Solution-Bedingungen vom 15. Oktober und die Integration von Meta AI-Tools. Die Italiener prüfen, ob Meta seine Marktmacht missbraucht und den Zugang zum Markt für KI-Chatbot-Dienste einschränkt.

In Singapur verhängten die Behörden am Dienstag eine Blockade gegen die TikTok- und Meta-Accounts eines Australiers. Der Vorwurf: Beiträge zur Radikalisierung von Bürgern. Die Anordnung erfolgte unter dem Online Criminal Harms Act, der im Februar 2024 in Kraft trat.

Europäische Diskussionen

Parallel läuft in Brüssel die Debatte um die „Chatkontrolle“ weiter. Die EU-Staaten einigten sich darauf, dass Messaging-Dienste wie WhatsApp Nachrichten nicht verpflichtend nach kinderpornografischen Inhalten durchsuchen müssen. Stattdessen setzt man auf Freiwilligkeit – eine Erleichterung für Meta und andere Plattformbetreiber.