Der Facebook-Mutterkonzern Meta verbucht einen schnellen Nutzererfolg für seine neuen KI-Dienste. Rund eine Woche nach dem US-Start erreichte der KI-Agent Muse am heutigen Freitag den ersten Platz unter den kostenlosen Apps im US-App-Store von Apple.

Zeitgleich rollte der Konzern das Programm für den Mac aus. Mit dem Werkzeug, das Aufgaben wie Recherchen, Einkäufe und Terminbuchungen eigenständig ausführen kann, greift Meta direkt nach Marktanteilen bei Konsumenten.

An der Börse notiert die Aktie heute bei 586,00 Euro und gibt damit um 1,4 Prozent nach. Auf Monatssicht steht für die Anteilsscheine dennoch ein Zuwachs von 25 Prozent zu Buche. Anleger honorieren vor allem die Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen seine immense Reichweite von 3,6 Milliarden täglich aktiven Nutzern für KI-Anwendungen mobilisiert.

Schulterschluss gegen behördliche Bremsen

Parallel zum Markterfolg seiner Software setzt sich Meta-Chef Mark Zuckerberg vehement für ein hohes Entwicklungstempo ein. Medienberichten zufolge intervenierte Zuckerberg gemeinsam mit Nvidia-Chef Jensen Huang und SpaceX-Chef Elon Musk bei Donald Trump.

Ziel der getrennten Gespräche war es, Pläne für ein branchenfinanziertes US-Aufsichtsgremium nach dem Vorbild der Finanzaufsicht FINRA abzuwenden. Der Vorschlag für eine solche Regulierungsbehörde stammte ursprünglich von Googles Chefwissenschaftler Demis Hassabis.

Zuckerberg wandte sich öffentlich gegen Forderungen von Wettbewerbern wie Anthropic-Chef Dario Amodei, das Tempo bei hochentwickelten KI-Modellen zu drosseln. Unternehmen hätten bereits durch Markt- und Haftungsrisiken einen starken natürlichen Sicherheitsanreiz. Der Widerstand der Tech-Konzerne zeigte Wirkung: Das Weiße Haus rückte von den Kontrollplänen ab.

Gigantische Ausgaben für die Monetarisierung

Hinter Zuckerbergs Drängen steht auch ökonomischer Druck. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Meta Investitionsausgaben zwischen 130 und 145 Milliarden Dollar. Diese gigantischen Summen fließen vor allem in Rechenzentren und Halbleiter, um die eigene KI-Infrastruktur abzusichern. Der freie Cashflow war im zweiten Quartal 2026 wegen der hohen Ausgaben auf 784 Millionen Dollar zusammengeschmolzen.

Nun müssen Erlöse folgen. Neben der Werbewirkung im Kerngeschäft testet der Konzern neue Einnahmequellen über das parallel gestartete Abomodell Meta One. Die Analysten von Morgan Stanley sehen für Konsumenten-Agenten langfristig erhebliches Potenzial: Der globale Markt für transaktionsbasierte KI-Dienste im Endkundensegment könnte demnach ein Volumen von rund 30 Billionen Dollar erreichen.

Zugleich beruhigt das Management seine Anteilseigner mit verlässlichen Ausschüttungen: Am 28. September zahlt der Konzern eine unveränderte Quartalsdividende von 0,525 Dollar je Aktie an die Aktionäre mit Stichtag 21. September.