Rekordhoch, Rücksetzer, neues Mega-Kursziel: Micron liefert gerade alles, was eine heiß gelaufene KI-Aktie ausmacht. Der Speicherchipkonzern profitiert massiv vom Hunger der Rechenzentren nach HBM und DRAM. Trotzdem wächst die Nervosität, weil der Kurs bereits sehr viel Zukunft vorweggenommen hat.
Am Freitag schloss die Aktie in Deutschland bei 624,00 Euro, ein Minus von 8,11 Prozent. Damit liegt sie rund neun Prozent unter dem jüngsten Hoch. Der Rücksetzer ändert wenig am großen Bild: Auf Monatssicht steht noch immer ein Plus von 62,54 Prozent, seit Jahresanfang sind es 131,97 Prozent, der RSI liegt bei 77,0.
Bank of America hebt die Messlatte
Den stärksten Impuls lieferte Bank of America. Analyst Vivek Arya erhöhte sein Kursziel für Micron von 500 auf 950 Dollar. Das ist kein kleiner Nachschlag, sondern eine Neubewertung der Speicherstory im KI-Zeitalter.
Die Begründung reicht über kurzfristige Euphorie hinaus. BofA hebt die Schätzung für den adressierbaren Markt von KI-Rechenzentrumssystemen bis 2030 auf rund 1,7 Billionen Dollar an, zuvor waren es 1,4 Billionen Dollar. Speicher gilt dabei nicht mehr nur als zyklische Komponente, sondern als Engpass im KI-Ausbau.
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Besonders wichtig ist High-Bandwidth Memory. BofA erwartet, dass der HBM-Markt bis 2030 auf 168 Milliarden Dollar wächst. Pro KI-Beschleuniger soll der Speicherinhalt von 187 auf 464 Gigabyte steigen. Genau dort liegt der Kern der bullischen These: Wenn KI-Systeme mehr Speicher brauchen, steigt Microns Ertragskraft strukturell.
Zahlen müssen hohe Erwartungen tragen
Der nächste Belastungstest kommt mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal, die Ende Juni erwartet werden. Micron peilt einen Rekordumsatz von rund 33,5 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von etwa 81 Prozent an. Für einen früher klassischen Zykliker sind das außergewöhnliche Werte.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Management 19,15 Dollar in Aussicht, mit einer engen Spanne um diesen Wert. Analystenschätzungen für den Quartalsumsatz reichen von 33,7 bis 40,9 Milliarden Dollar. Diese Bandbreite zeigt, wie unsicher der Markt einschätzt, wie lange das aktuelle Investitionstempo der KI-Rechenzentren anhält.
Für das Gesamtjahr erwarten Analysten 57,71 Dollar Gewinn je Aktie. Für das Folgejahr stehen knapp 98 Dollar im Raum. Damit hängt die Bewertung stark an der Annahme, dass Speicherpreise hoch bleiben und neue Kapazitäten nur langsam auf den Markt kommen.
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Knappes Angebot stützt die Story
Micron rechnet bei DRAM und NAND über 2026 hinaus mit engem Angebot. Nennenswerte neue Kapazitäten werden erst für 2028 erwartet. Die Werke in Idaho und Singapur helfen perspektivisch, ändern aber kurzfristig wenig an der Knappheit.
Auch die Preissignale passen dazu. DRAM-Vertragspreise sollen im laufenden Quartal um 58 bis 63 Prozent steigen, Gartner erwartet für das Gesamtjahr einen Sprung um 125 Prozent. Solche Preisbewegungen erklären, warum Margenprognosen derzeit so stark ausfallen.
Ein Gegenakzent kommt von Insidern. Am 16. Mai verkaufte Micron-Direktor Steven Gomo 2.000 Aktien zu rund 787 Dollar. In den vergangenen Monaten summierten sich Insiderverkäufe auf rund 54 Millionen Dollar. Das muss kein negatives Signal sein, passt aber zur Debatte über eine bereits weit gelaufene Aktie.
Am 20. Mai liefern Nvidias Zahlen den nächsten Stimmungstest für die HBM-Nachfrage. Danach rückt die Computex Anfang Juni in den Blick, bevor Micron Ende Juni selbst die hohen Erwartungen mit eigenen Zahlen unterlegen muss. Der KI-Rückenwind ist intakt, aber nach diesem Kursanstieg reichen kleine Zweifel an Preisen, Margen oder Lieferdynamik für kräftige Ausschläge.
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