Micron Technology dreht massiv auf. Der Chip-Konzern investiert bis 2035 über 250 Milliarden US-Dollar in seine US-Fertigung. Treiber dieser Offensive ist die explodierende Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz. In Clay im Bundesstaat New York rollen bereits die Bagger. Der Bau der neuen Halbleiterfabrik startete dort früher als geplant.

An der Börse reagieren Investoren euphorisch. Die Micron-Aktie klettert am Donnerstag um gut sieben Prozent auf 889,70 Euro. Auf Jahressicht verbucht das Papier damit ein gewaltiges Plus von rund 231 Prozent.

Trotz der Rallye schwankte der Kurs zuletzt spürbar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.103,80 Euro im Juni hat die Aktie wieder fast 20 Prozent eingebüßt. Einige Anleger fürchten ein baldiges Ende des KI-getriebenen Speicherzyklus. Andere sehen in dem Rücksetzer eine Kaufgelegenheit.

Milliarden für die Lieferkette

Um seine heimische Produktion abzusichern, plant der Konzern ein Investitionsprogramm von drei Milliarden US-Dollar. Ein großer Teil fließt in eine neue Partnerschaft mit GlobalWafers. Micron unterstützt den Bau eines texanischen Wafer-Werks mit 500 Millionen US-Dollar. Parallel dazu schlossen beide Firmen einen Liefervertrag über zehn Jahre ab. So sichert sich der Chip-Riese sein wichtigstes Rohmaterial.

Preismacht treibt Marge

Das operative Geschäft läuft derweil auf Hochtouren. Im abgelaufenen Quartal erzielte Micron einen Umsatz von 41,46 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge sprang auf beeindruckende 84,6 Prozent. Das Management nutzt seine Preismacht bei speziellen KI-Speicherchips voll aus.

Das Ziel für die Zukunft: Micron will künftig 40 Prozent seiner DRAM-Chips in den USA produzieren. Der nächste Quartalsbericht soll diesen Wachstumskurs bestätigen. Der Vorstand peilt hierfür einen Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar an.