Micron hat in den vergangenen zwölf Monaten gut 700 Prozent zugelegt — und die Analystenerwartungen schrauben sich weiter nach oben. UBS hebt das Kursziel auf 1.625 Dollar und begründet das mit einer fundamentalen Neueinschätzung des Speichermarktes.
DRAM-Knappheit bis 2028
Der Kern der UBS-These: Der DRAM-Markt bleibt länger angespannt als bisher angenommen. Die Analysten rechnen nun mit einer Unterversorgung bis mindestens ins zweite Quartal 2028 — bislang lautete die Prognose Ende 2027. Beim NAND-Markt sieht UBS die Engpässe bis ins vierte Quartal 2027 andauern.
Für Micron bedeutet das erhebliches Preissetzungspotenzial. UBS erhöhte seine Annahmen zum durchschnittlichen Verkaufspreis von HBM-Speicher auf ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr — zuvor waren 35 Prozent angesetzt. HBM, der Hochbandbreiten-Speicher für KI-Beschleuniger, ist das profitabelste Segment im Micron-Portfolio.
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Gewinnsprung als Fundament
Die revidierten Gewinnschätzungen von UBS fallen deutlich aus. Für die Kalenderjahre 2027 bis 2029 erwartet das Analystehaus nun 155, 167 beziehungsweise 117 Dollar je Aktie — gegenüber früheren Schätzungen von 133, 122 und 77 Dollar. Über diesen Zeitraum soll Micron freie Cashflows von zusammen mehr als 400 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Mizuho und Bank of America teilen die grundsätzlich positive Einschätzung. BofA nennt ein Kursziel von 950 Dollar, Mizuho liegt bei 800 Dollar — beide verweisen auf KI-getriebene Nachfrage und das erwartete Angebotsdefizit bei Speicherprodukten.
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Indes zeigt die Aktie nach dem jüngsten Rekordhoch kurzfristige Schwäche. Der Kurs gab zuletzt rund 1,5 Prozent nach, was einige Beobachter als normale Konsolidierung nach dem steilen Anstieg werten. Auf Sicht eines Jahres bleibt der Anstieg dennoch außergewöhnlich — für eine Aktie in einem zyklischen Sektor.
Das operative Fundament untermauert den Optimismus: Das Umsatzwachstum der vergangenen zwölf Monate liegt bei 86 Prozent. Die neue 1α-DRAM-Produktion in Virginia soll die DDR4-Kapazitäten deutlich ausweiten und bedient Branchen wie Automotive und Defense — Segmente mit besonders stabiler Nachfrage. Ob die Bewertung auf diesem Niveau hält, hängt maßgeblich davon ab, ob HBM-Preise und Marktanteile so skalieren wie von UBS modelliert.
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