Micron Aktie: Bank of America hebt auf 950 Dollar

Micron profitiert von KI-Speicherboom und möglichen Samsung-Problemen, während Analysten die Kursziele massiv anheben.

Micron Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie trotz Rücksetzer mit Jahresplus
  • Samsung-Streik könnte Speichermarkt verknappen
  • Analysten erhöhen Kursziele auf bis zu 1.000 Dollar
  • Institutionelle Investoren bauen Positionen aus

Micron steckt mitten in einer Neubewertung. Der KI-Speicherboom treibt die Erwartungen hoch, während ein Streikrisiko bei Samsung den Markt zusätzlich verengt. Genau diese Mischung macht die Aktie nervös.

Am Montag notiert Micron bei 571,90 Euro und verliert 8,35 Prozent. Seit Jahresanfang bleibt ein Plus von 112,60 Prozent. Der Rücksetzer ändert also wenig am großen Trend, zeigt aber die extreme Fallhöhe.

Samsung-Streit verschiebt den Blick

In Südkorea hat das Bezirksgericht Suwon in den Arbeitskampf bei Samsung eingegriffen. Der geplante Streik ab 21. Mai darf die Chipfertigung nicht vollständig blockieren. Die Gewerkschaft muss Sicherheitspersonal stellen und Wafer-Anlagen schützen.

Rund 50.000 Beschäftigte könnten trotzdem die Arbeit niederlegen. Für Micron ist das relevant, weil Samsung einer der wichtigsten Rivalen im Speicherchipmarkt ist. Jede Störung bei Samsung kann die Preissetzung im gesamten Markt beeinflussen.

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Jefferies schätzt, dass ein kompletter Produktionsstopp bei Samsung etwa 3 Prozent des weltweiten Speicherangebots treffen würde. PC-Hersteller warnen bereits vor möglichen Preisaufschlägen von 15 bis 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte.

Analysten heben die Messlatte

Die Bank of America erhöhte ihr Kursziel für Micron auf 950 Dollar. Zuvor lag es bei 500 Dollar. Als Grund nennt die Bank das knapper werdende Angebot im globalen Speichermarkt.

Andere Häuser gehen noch höher. D.A. Davidson und Deutsche Bank setzen ihre Kursziele jeweils bei 1.000 Dollar an. Das ist kein kleines Feintuning, sondern eine deutlich höhere Bewertung der Gewinnchancen.

Die Grundlage dafür liegt vor allem im Geschäft mit High Bandwidth Memory. Micron kommt in diesem Markt auf 21 Prozent Anteil. Das Management meldete zuletzt ausverkaufte Kapazitäten bis Ende 2026.

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Auch die Stimmung der Analysten ist klar. 27 von 30 erfassten Experten stufen die Aktie mit „Buy“ ein. Die Einschätzungen hängen eng am KI-Zyklus und an der Frage, wie lange die Speicherpreise hoch bleiben.

Große Adressen kaufen zu

Institutionelle Investoren haben ihre Positionen zuletzt ausgebaut. Bridgewater erhöhte im ersten Quartal die Gewichtung von Micron im Portfolio deutlich. Goldman Sachs kaufte 3,64 Millionen Aktien und hält nun rund 12,56 Millionen Stück.

Auch Chase Investment Counsel stockte die Position kräftig auf. Institutionelle Investoren kontrollieren inzwischen 80,84 Prozent der ausstehenden Aktien. Das stützt den Kurs nicht automatisch, zeigt aber die Breite des Interesses.

Der nächste harte Prüfstein kommt am 24. Juni mit den Quartalszahlen. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 19,15 Dollar, nach 1,91 Dollar im Vorjahr.

Beim Umsatz liegt die Erwartung bei 33,51 Milliarden Dollar. Micron plant für das laufende Geschäftsjahr Investitionen von rund 25 Milliarden Dollar. Der Bericht Ende Juni wird damit zum Test für Margen, Lieferfähigkeit und die Dauer des KI-getriebenen Speicherzyklus.

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Über Dieter Jaworski 4180 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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