Micron Technology reagiert auf Forderungen aus Taiwan mit einer Änderung der weltweiten Mitarbeitervergütung. Wie Reuters gestern berichtete, führt das Unternehmen einen quartalsweisen Bonus ein, der an den Unternehmensgewinn gekoppelt ist. Die Antwort reicht damit über die betroffenen Standorte hinaus: Nicht nur Beschäftigte in Taiwan sollen von der zusätzlichen Gewinnbeteiligung profitieren.
Ergänzung statt Ersatz der Jahresvergütung
Der neue Bonus ergänzt Microns bestehenden jährlichen Vergütungsplan. Die Auszahlung erfolgt zu 50% in bar und zu 50% in Aktien. Damit verbindet das Unternehmen eine unmittelbare Geldzahlung mit einer Beteiligung am Aktienwert.
Für Anleger ist vor allem die Gewinnkopplung relevant. Der zusätzliche Bonus ist dadurch keine vom Geschäftsergebnis unabhängige Leistung. Zugleich macht der Aktienanteil die Vergütungsregelung auch für Aktionäre interessant: Die Mitarbeiter erhalten nicht ausschließlich Geld, sondern werden über die Auszahlung teilweise am Unternehmen beteiligt.
Daneben kündigte Micron weitere Verbesserungen für Taiwan an. Die Beiträge zur Altersvorsorge sollen von 8% auf 10% steigen. Hinzu kommen drei zusätzliche bezahlte Urlaubstage.
Diese Maßnahmen sind vom weltweiten Bonusprogramm zu unterscheiden. Die Altersvorsorge und die zusätzlichen freien Tage betreffen Taiwan. Die neue quartalsweise Gewinnbeteiligung richtet sich dagegen an Beschäftigte weltweit. Damit umfasst die Reaktion sowohl lokale Arbeitsbedingungen als auch die unternehmensweite Vergütungsstruktur.
Lokale Vereinbarungen bleiben getrennt
Wie unterschiedlich die Lage an den Standorten ist, zeigen die jüngsten Meldungen aus Taiwan. Reuters berichtete am Mittwoch über eine Vereinbarung zwischen Micron Memory Taiwan und der Gewerkschaft in Taichung. Beide Seiten zogen sich daraufhin aus der für gestern vorgesehenen Vermittlung zurück. Die Vereinbarung galt ausdrücklich nicht für die separate Gewerkschaft in Taoyuan.
Dort beteiligte sich gestern laut der Straits Times eine kleine Zahl von Beschäftigten an einem Streik. Zuvor hatten sich Gewerkschaft und Unternehmen nicht auf die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung am Gewinn verständigt.
Die Aktie gewinnt heute vorbörslich 2,7%. Aus dieser Bewegung lässt sich jedoch kein eindeutiger Zusammenhang mit dem Vergütungspaket ableiten.
Die entscheidende Einordnung lautet deshalb: Micron hat eine unternehmensweite Antwort auf Forderungen nach Gewinnbeteiligung formuliert. Die lokalen Arbeitnehmervertretungen und ihre Vereinbarungen bleiben dennoch getrennt zu betrachten. Eine weltweite Bonusregelung ist nicht gleichbedeutend mit einer Einigung an jedem Standort.
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