Micron hat am 26. Mai 2026 erstmals die Marke von einer Billion Dollar Börsenwert überschritten. Die Aktie sprang um rund 19 Prozent. Der Treiber ist nicht nur KI-Fantasie, sondern eine neue Sicht auf das gesamte Speichergeschäft.
In Frankfurt schloss die Aktie am Dienstag bei 771,60 Euro. Binnen eines Monats liegt das Plus bei 72,64 Prozent, seit Jahresbeginn bei 186,84 Prozent.
Warum der Markt Micron neu bewertet
UBS hat das Kursziel für Micron von 535 auf 1.625 Dollar angehoben. Das ist mehr als eine normale Neubewertung. Die Bank sieht Micron nicht mehr nur als zyklischen Speicheranbieter, sondern als strukturellen Gewinner des KI-Ausbaus.
Der Kern liegt in der Nachfrage nach schnellen Speicherchips. Rechenzentren brauchen High-Bandwidth Memory, DRAM und NAND in großen Mengen. Engpässe geben Micron mehr Preissetzungsmacht und bessere Planbarkeit.
Ein wichtiger Baustein sind langfristige Abnahmeverträge. Sie sichern inzwischen bis zu 30 Prozent der DRAM-Mengen ab. Damit sinkt ein Teil der Schwankungen, die das Geschäft früher stark geprägt haben.
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UBS traut Micron zwischen 2027 und 2029 mehr als 400 Milliarden Dollar kumulierten freien Cashflow zu. Diese Annahme steht und fällt mit der Dauer des Speicherbooms. Genau deshalb reagiert die Aktie so heftig auf jede Bestätigung der Nachfrage.
Virginia wird zum Produktionssignal
Parallel zur Rally hat Micron in Manassas, Virginia, die Fertigung seines 1α-DRAM-Knotens gestartet. Das Projekt gehört zu einer Investition von 2 Milliarden Dollar und erhält 275 Millionen Dollar aus dem CHIPS Act.
Für die USA ist das ein wichtiger Schritt. Micron produziert damit die fortschrittlichste Speichertechnologie, die je auf amerikanischem Boden gefertigt wurde. Das passt zur politischen Linie, kritische Chipkapazitäten stärker ins Inland zu holen.
Die 1α-Technologie erhöht die Speicherdichte um 40 Prozent gegenüber früheren Generationen. Diese Chips zielen nicht auf normale PCs. Micron adressiert Bereiche wie Autoindustrie, Verteidigung, Luftfahrt und Medizintechnik.
Vorstandschef Sanjay Mehrotra lieferte dazu ein starkes Nachfragesignal. Die gesamte HBM-Liefermenge für den Rest von 2026 ist bereits ausverkauft. Genau solche Aussagen nähren die These, dass der Speicherzyklus diesmal länger tragen könnte.
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Der Sektor zieht mit
Die Neubewertung bleibt nicht auf Micron beschränkt. Der Philadelphia Semiconductor Index erreichte am 26. Mai ein Rekordhoch und gewann 4,2 Prozent.
Auch andere Speicherwerte legten kräftig zu. Western Digital stieg um 9 Prozent, Seagate um 4 Prozent. Der Markt preist damit breiter ein, dass der KI-Ausbau nicht nur Grafikprozessoren begünstigt.
Micron liefert auch operativ. Im zweiten Geschäftsquartal meldete der Konzern einen Gewinn je Aktie von 12,20 Dollar. Erwartet waren 9,21 Dollar.
UBS hält bis 2029 sogar einen Jahresgewinn von mehr als 100 Dollar je Aktie für möglich. Dafür muss die Nachfrage nach KI-fähigem Speicher hoch bleiben. Außerdem dürfen neue Kapazitäten den Markt nicht zu schnell entspannen.
Micron selbst plant einen massiven Ausbau. Der Konzern will bis zu 200 Milliarden Dollar in US-Fertigung investieren. Dazu gehören größere Standorte in Idaho und New York sowie rund 90.000 erwartete Jobs.
Am 24. Juni 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Im Mittelpunkt stehen dann Margen, Auslastung und der Fortschritt bei den kommenden 1β- und 1γ-DRAM-Knoten. Nach dem Kurslauf braucht Micron vor allem eines: weitere Belege, dass der KI-Speicherboom nicht nur stark, sondern dauerhaft profitabel ist.
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