Der Chiphersteller Micron hat am Montag ein neues Allzeithoch markiert. Die Aktie stieg um rund sieben Prozent auf 891,60 Euro und setzt damit ihre beeindruckende Rally fort. Auslöser war eine Bestätigung des Managements: Die gesamte Produktionskapazität für den nächsten High-Bandwidth-Speicher HBM4 ist bis Ende 2026 restlos vergeben.
Seit Jahresanfang hat sich der Kurs mehr als verdreifacht, auf Jahressicht beträgt das Plus mehr als 900 Prozent. Der Börsenwert liegt inzwischen bei über einer Billion Dollar.
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Angebotslücke treibt Nachfrage
CEO Sanjay Mehrotra bezifferte die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage präzise: Micron kann derzeit nur zwischen 50 und 65 Prozent der mittelfristigen Kundenanfragen bedienen. Treiber ist der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur bei den großen Cloud-Anbietern. Viele Kunden seien von Quartals- oder Jahresverträgen auf mehrjährige, bindende Abnahmen umgestiegen. Für Micron bedeutet das Umsatzsichtbarkeit bis 2028 – eine radikale Abkehr von der historischen Volatilität der Speicherbranche.
Hinzu kommt der Rückenwind von der Computex-Messe in Taipeh. Nvidia-Chef Jensen Huang stellte mit dem „RTX Spark Superchip“ einen KI-Prozessor für PCs und Laptops vor, den sein Unternehmen gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat. Micron liefert das dafür benötigte DRAM und HBM und gilt Analysten als einer der großen Profiteure des neuen Hardware-Zyklus. Die HBM4-Produktion für Nvidias kommende „Vera Rubin“-Architektur läuft bereits an.
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Analysten heben Kursziele an
Die Marktteilnehmer reagieren mit deutlichen Kurszielerhöhungen. UBS hob das Ziel auf 1.625 Dollar und verwies auf die anhaltende Preissetzungsmacht. Susquehanna korrigierte auf 1.750 Dollar nach oben. Trotz der jüngsten Kursrallye liegt das KGV auf Basis der erwarteten Gewinne bei rund 16 – unter dem Niveau anderer KI-Halbleiterwerte. Einige Analysten argumentieren, der Markt unterschätze die strukturelle Transformation: Micron wandle sich vom zyklischen Rohstoffproduzenten zum Wachstumsunternehmen.
Der nächste wichtige Termin ist der 24. Juni. Dann legt Micron die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 33,9 Milliarden Dollar – ein Plus von mehr als 260 Prozent zum Vorjahr. Das Management selbst hat Rekordwerte bei Umsatz, Bruttomarge und freiem Cashflow in Aussicht gestellt. Die Investitionen in neue Fabriken in den USA und Taiwan liegen 2026 bei über 25 Milliarden Dollar.
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